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Lina Bo Bardi: Grande Dame der Moderne

Architekturbiennale Venedig ehrt Architektin Lina Bo Bardi
Grande Dame der Moderne

Lina Bo Bardi wird in diesem Jahr anlässlich der 17. Internationalen Architekturausstellung der Biennale di Venezia 2021 mit einem Goldenen Löwen für das Lebenswerk in memoriam ausgezeichnet.

Die feierliche Ehrung Lina Bo Bardis wird im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Biennale di Venezia am 22. Mai zelebriert. Die italienisch-brasilianische Architektin (1914–1992) prägte mit ausdrucksstarken Entwürfen einen eigenen gestalterischen Weg.

Lina Bo Bardi
Foto: Francisco Albuquerque

In der Architektur, im Bühnenbild, im Mode- und Möbeldesign sowie in der Grafik nahm sie Impulse der Internationalen Moderne auf, verarbeitete diese aber ganz individuell.

Die Moderne in Brasilien

Die Grundlage ihres Schaffens bildete dabei die reflektierte Auseinandersetzung mit ihrer Wahlheimat Brasilien, seiner Kultur, Gesellschaft und Politik. Lina Bo Bardi vertrat ihre teils radikalen Ansichten ebenso produktiv wie provokativ durch Entwürfe, Ausstellungen und Schriften. In Italien geboren und ausgebildet, spielte sie in der Entwicklung moderner Architektur in Brasilien eine wichtige Rolle.

Sie prägte einen eigenen Gestaltungsansatz, der die gesellschaftliche Bedeutung des Bauens und seine kulturelle Verankerung in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Bemühen um eine »architettura povera« kann Lina Bo Bardi als Vorläuferin gegenwärtiger Tendenzen engagierter Architektur betrachtet werden.

Eine ihrer wichtigsten Leistungen ist es, Bauten geschaffen zu haben, die in der lokalen Öffentlichkeit höchste Akzeptanz finden und sich gängigen Klassifikationen entziehen.

Bardi's 'Bowl Chair'
Foto: Roy Teixera

Hommage an Lina Bo Bardi

Schon 2014 würdigte der italienische Hersteller Arper ihre Arbeit, indem er einen Relaunch ihres ikonischen ‚Bowl Chair‘ auflegte und ihn seither international vertreibt. 1951 entworfen, stellte der Entwurf den Menschen in den Fokus – in diesem Jahr feiert er 70. Geburtstag.

Lina Bo Bardi signalisierte mit der runden Form, die eine natürliche und entspanntere Haltung fördert, ein Zeichen für einen kulturellen Wandel in Handeln und Leben, der uns heute noch im Möbeldesign begleitet: informell, aufnahmebereit und auf das Wesentliche konzentriert.

Die Architektin Lina Bo Bardi führte damit eine neue Perspektive in die Designwelt der 1950er-Jahre ein, stellte die menschliche Interaktion in den Mittelpunkt ihrer Kreation und veränderte damit die Art und Weise, wie Menschen sitzen.

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