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Agile Working führt zu schnelleren und effektiveren Ergebnissen

Einfach ausprobieren

Die digitale Transformation verändert Arbeitsorte und -zeiten. Durch sie erschließt man sich Know-how, das bis vor Kurzem nur schwer zu beschaffen war. Aber die digitale Entwicklung lässt sich nur dann voll ausschöpfen, wenn die Art der Arbeit anders wird. Agile Working soll das ermöglichen.

Nadia Hamdan

Kreative Ideen, kurze Prozesse, schnelle Ergebnisse: Hinter diesem Traumszenario jedes Projektmanagers stecken agile Arbeitsmethoden wie Scrum, Kanban oder Design Thinking. Sie stammen ursprünglich aus der Softwareentwicklung, der Produktion und dem Produktdesign. Die Vorgehensweisen unterscheiden sich, die agilen Methoden haben aber einiges gemeinsam: klare Zielvorgaben, überschaubare Projektschritte, einen stetigen Wissensaustausch, einen hohen Praxisbezug und eine starke Orientierung an den Bedürfnissen der Nutzer. Das soll die Erfolgskontrolle erleichtern, das Team motivieren und somit zu schnellen Resultaten und innovativen Lösungen führen.
Paul Allsopp, Managing Director und Principal Consultant der britischen „Agile Organisation“ bringt es auf den Punkt: „Work is an activity, not a place“ – Arbeit ist eine Aktivität, kein Ort.
Damit stehen beim Agile Working Handlungen im Vordergrund: unkonventionelle Ideen, ein reger Austausch, schnelle Prozesse. Wer beim agilen Arbeiten an eine innovative, hoch motivierte Start-up-Kultur denkt, liegt richtig. Agiles Arbeiten überträgt den frischen Wind der Start-ups auf große Konzerne, die aufgrund ihrer Strukturen flexible, schnelle Projekte oft kaum umsetzen können. Viele Agile-Working-Projekte finden daher in einem experimentellen Rahmen außerhalb der Konzernstrukturen statt. Agile Teams sind klein, hoch flexibel und werden je nach Projekt, Aufgabe und Ziel unterschiedlich besetzt.
Digitale Transformation
Das Potenzial agiler Arbeit erkennen immer mehr Unternehmen – und das ist auch nötig. Wachsender internationaler Wettbewerb, die digitale Transformation und neue Technologien erfordern Strukturen, die flexibler sein müssen, als sie es in den meisten Firmen heute sind. „Digitale Transformation ist ein Kernthema für viele Unternehmen, um ihr Geschäft zu revolutionieren und konkurrenzfähig zu bleiben. Technologien wie Big Data, Cloud oder das Internet of Things bieten völlig neue Möglichkeiten“, betont Andreas Hauser, Leiter des Design&Co-Innovation Centers bei SAP und der „AppHäuser“. Die Technologie allein reiche aber nicht aus. „Für eine erfolgreiche Transformation wird es immer wichtiger, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“, erläutert er. Dort zeigt SAP, wie die Transformation funktionieren kann: Designer, Entwickler, Nutzer und Kunden arbeiten gemeinsam an Projekten, probieren neue Arbeitsweisen aus und suchen den kreativen Austausch. „SAP lässt Mitarbeiter und Kunden in eine Werkstattatmosphäre eintauchen, die eine Arbeitsethik à la Ärmel hochkrempeln und los geht’s vermittelt. Ausprobieren und Zusammenarbeiten sind hier die zentralen Werte“, beschreibt Hauser den Alltag.
Die agile Arbeit wird durch eine hochflexible Möblierung unterstützt: Wände lassen sich verschieben, Tische verrücken, die IT-Ausstattung kann mit wenig Aufwand an einen neuen Standort gebracht werden. Das AppHaus-Team konnte in puncto Raumgestaltung nicht nur Wünsche äußern, sondern die gewünschte Einrichtung selbst kaufen. „In einigen Räumen wurden selbst genähte Vorhänge aufgehängt, Deko-Elemente an der Wand angebracht oder Tische gebaut. Dadurch bildet sich ein direkter Bezug der Mitarbeiter zu ihrer Arbeitsumgebung, den man in der täglichen Arbeit spürt“, sagt Hauser.
Wie es gelingt, agiles Arbeiten im Konzern umzusetzen, zeigt auch Bosch mit seiner Bosch Start-up GmbH in Ludwigsburg. Bei der 2013 gegründeten Tochtergesellschaft entwickeln Start-ups, die aus der Bosch-Unternehmensgruppe hervorgegangen sind, in kleinen Teams neue Geschäfte für neue Märkte. Die Start-up-Plattform berät, stellt Räume zur Verfügung und unterstützt finanziell. Sie soll innerhalb der Bosch-Gruppe den Unternehmergeist stärken und Agilität durch eine neue Innovations- und Fehlerkultur fördern.
Die Strategie in Ludwigsburg: ausprobieren, vielleicht scheitern, neu ausprobieren. Dafür stellt man eine entsprechende Arbeitsumgebung bereit, die die Möglichkeiten schafft, sich unkompliziert und schnell interdisziplinär auszutauschen. Dazu zählen offene Räume, Besprechungsecken, in denen in Ruhe kommuniziert werden kann, ohne sich abzugrenzen, sowie mobile Whiteboards und Container, die sich nach Bedarf im Raum bewegen lassen.
Ergänzt um schlanke Prozesse und flexible Arbeitszeiten führt das zu einem offenen Arbeitsklima, in dem neue und überraschende Lösungen entstehen. „Wir können schneller und flexibler arbeiten als etablierte Bosch-Bereiche“, sagt Peter Guse, Leiter der Bosch-Start-up-Plattform. So ließen sich Produkte viel schneller und außerhalb eingefahrener Wege in den Markt bringen.
Immer mehr Unternehmen setzen agile Methoden ein. Die Ergebnisse sprechen für sich. Das lässt die Studie „Status Quo Agile“ der GPM Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e. V. und der Hochschule Koblenz erkennen. Sie kommt zu dem Schluss: „An agilen Methoden führt kein Weg vorbei.“ Demnach stellten rund 80 Prozent der Befragten eine Verbesserung der Ergeb-nisse und der Effizienz fest. Die Hälfte schätzte ihr „agiles Unternehmen“ erfolgreicher ein als andere Unternehmen. Fest steht: Wer in der zunehmend globalisierten und digitalisierten Geschäftswelt wettbewerbsfähig bleiben möchte, braucht Flexibilität. Und das bedeutet heute auch: agil bleiben.
Nadia Hamdan

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