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BMW ist fit für die Zukunft

FIZ Future
BMW ist fit für die Zukunft

Im Pilotprojekt M51 forscht BMW an neuen Formen der Arbeit und welche Varianten sich im Arbeitsalltag bewähren. Die Ergebnisse fließen in das FIZ Future ein. Die Erweiterung des Forschungs- und Innovationszentrums der BMW Group gibt einen Einblick in die Arbeitswelt von morgen.

Nadia Hamdan

Im Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group in München, kurz FIZ, entstehen die technischen Entwicklungen der Zukunft. Hier wird erforscht, was der Automobilhersteller in der Zukunft auf die Straße bringen wird. Der mit rund einer Million Quadratmeter Geschossfläche größte Standort der BMW Group bietet heute Raum für rund 26 000 Arbeitsplätze. Weitere 16 000 sollen mit dem Projekt FIZ Future bis zum Jahr 2050 hinzukommen. Die ersten neuen Büroräume auf dem FIZ-Campus sollen im Sommer 2016 bezogen werden.
Arbeiten im Büro-Biotop
„Das Büroerprobungszentrum“ nennt Dr. Markus Baumgartner, Leiter des Projekts FIZ Future, das FIZ und seinen Vorreiter M51, den Ende 2012 bezogenen Bürokomplex an der Moosacher Straße. Was heute im M51 erprobt wird, fließt direkt in die Ausstattung des FIZ. Mit M51 reagierte BMW auf veränderte Arbeitsformen, die mit dem klassischen Büro nicht mehr vereinbar waren. So blieb rund die Hälfte der Arbeitsplätze in der BMW-Zentrale früher unbesetzt, während die Beschäftigten gleichzeitig über zu wenig Besprechungsmöglichkeiten klagten. „Es zeigte sich zudem, dass gerade für jüngere Mitarbeiter die Zusammenarbeit und das soziale Gefühl wichtig sind. All dies musste im neuen Bürokonzept berücksichtigt werden“, sagt Baumgartner.
Das Arbeitsplatzkonzept im M51 setzt daher stärker auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Kommunikation, aber auch auf Emotionalität, Farbgebung und die Corporate Identity. Im „flexible office“ M51 gibt es Lounge- und Benchzonen, interaktive Besprechungsräume, Team- und Projektflächen, Räume für Konzentration und Rückzug in einer offenen Büroumgebung. Zudem haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit, mobil zu arbeiten.
Erforschen, was sich bewährt
Der Begriff „flexible office“ bedeutet bei BMW mehr als die Veränderung der Bürofläche in ein non-territoriales Arbeitsplatzmodell. So gibt es im M51 kein festgelegtes Konzept für alle, sondern verschiedene Varianten. Die Beschäftigten entscheiden im Arbeitsalltag, welche Formen der neuen Arbeitswelt sich in der Praxis bewähren – mit zum Teil überraschenden Ergebnissen, zum Beispiel für die Akustik: Die Kaffeeküchen dienen im M51 als Kommunikations- und Rückzugsort und sind mit Türen versehen – bis auf eine, die ganz ohne akustischen Schutz auskommt. „Die Erfahrung zeigt, dass die Mitarbeiter gerade in der offenen Küche darauf achten, andere nicht zu stören“, berichtet Baumgartner. „Die Lautstärke auf dieser Etage ist trotzdem angenehm. Es ist deshalb also nicht immer unbedingt nötig, einen Schutz zu integrieren. Sichtbare Arbeitsplätze sind mitunter sogar besser, weil die Mitarbeiter mehr Rücksicht nehmen.“
kaum noch feste strukturen
Die Ergebnisse des Testzentrums M51 kommen direkt in der Büroraumplanung des FIZ Future zum Tragen. Der vom Münchner Architekturbüro Henn entworfene Campus FIZ Future soll vor allem Begegnungen schaffen – mit den BMW-Mitarbeitern untereinander, mit Partnern und Zulieferern, die auf dem FIZ-Campus ihren Sitz haben, und mit der Nachbarschaft. Schließlich umfasst der neue FIZ-Campus auch das direkte Umfeld. „Die Integration von Büro und Werkstatt“ nennt Baumgartner das dort praktizierte Konzept.
In den Büroräumen gibt es kaum noch feste Strukturen, stattdessen werden nötige Funktionalitäten über die Möblierung geregelt. Drahtlose Verbindungen für Daten und Strom unterstützen die Flexibilität. Hier lässt sich erahnen, was die Zukunft der Bürowelt bringen wird – und es zeigt, dass die Mitarbeiter die flexiblen Konzepte durchaus schätzen.
An zwei Workshoptagen konnten sie im Vorfeld ihren Wunscharbeitsplatz entwerfen, der im FIZ umgesetzt und auf Praxistauglichkeit erprobt wird. Die Resultate „sind im Prinzip ein „M51 2.0“, erklärt Baumgartner. „Mit non-territorialen Konzepten, Flächen für Besprechungen und Rückzug und vielen kleinen Optimierungen wie platzsparenden Konzepten für den Stauraum.“
Mitbestimmung und Vertrauen
Die Einbindung der Beschäftigten in die Planung, die Flexibilität der Umgebung und die Vertrauenskultur der Führung – all das trug dazu bei, dass das Pilotprojekt mit seinen neuen Arbeitsformen heute innerhalb der BMW Group eine Vorreiterrolle einnimmt.
Die Beteiligten halten viel von dem Konzept. In Befragungen berichteten sie von besserer Kommunikation, mehr Spaß an der Arbeit und optimierten Prozessen. Und: „Die Mitarbeiter möchten aus dem M51 gar nicht mehr weg“, stellt Baumgartner fest.
Dass bei BMW Vertrauen und Flexibilität, Begegnungen und Vernetzung wichtige Teile der Unternehmenskultur sind, wissen auch neue Kollegen zu schätzen: „Wenn es den sogenannten War for Talents gibt, dann geht es darum, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten“, weiß Baumgartner. „Dadurch zeigt sich die Attraktivität eines Arbeitgebers. Im M51 verzeichnen wir weitaus weniger Fluktuation – das ist zu einem wesentlichen Teil der Büroumgebung zu verdanken.“
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