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Interview über sein Restaurant im Shabby-Look

Tim Raue

Tim Raue
Tim Raue in Aktion.
Das La Soupe Populaire von Tim Raue steht für ein ungewöhnliches Gastronomiekonzept an einem ungewöhnlichen Ort. Wie sieht das aus und wie kam es dazu?

Tim Raue: Den Auftrag für das La Soupe Populaire by timraue bekam ich vom Inhaber des gesamten Areals, Professor Näder. Er wollte ein kulinarisches Konzept, das inhaltlich und monetär ein breites Publikum ansprechen sollte. Zudem war von Anfang an klar, dass er Kunst aus seiner Sammlung in den Räumen ausstellen wird.
Wer Vintage mag und aufs herkömmliche Sterne-Ambiente und die üblichen Statussymbole entspannt verzichten kann, scheint im La Soupe Populaire genau richtig. Wieso ist diese volkstümliche Mischung so reizvoll für einen Spitzengastronomen?
Tim Raue: Als ich die Räume sah, war schnell klar, dass wir etwas realisieren konnten, was als kulinarisches Konzept schon in meinem Kopf existierte. Am Ende war dann aber auch – wie immer – viel Glück dabei, dass es so erfolgreich wurde. Vor allem die Ausrichtung des Staatsbanketts für den amerikanischen Präsidenten Obama im Jahr 2013 und die damit verbundene öffentlich Wahrnehmung hat nochmal einen ordentlichen Schub gegeben.
Welche Rolle spielt die Speisekarte?
Tim Raue: Die Gäste, die zum ersten Mal bei uns sind, kommen in der Regel wegen der preußischen und der Berliner Gerichte. Unsere Stammgäste erfreuen sich zusätzlich an den Gerichten, die wir jeweils der Kunst zuordnen.
Hier richtet der Chef ein. Das ist ungewöhnlich. Zumindest für ein Restaurant im Shabby-Look. Wie kommt’s?
Tim Raue: Der Beruf des Kochs war nicht mein Wunsch, sondern ein notwendiges Übel, da zum Architekturstudium das Abitur fehlte. Interior Design oder Grafikdesigner waren meine Wunschberufe.
Worin bestand die Herausforderung für das Interiordesign?
Tim Raue: Es ging darum, den Charme und die Atmosphäre der Räume zu erhalten. Ich wollte nicht in die Struktur eingreifen, zusammen mit Anja Müller ist dies wunderbar gelungen. Die Vintage-Möbel haben wir eigentlich nur aus der Not genommen, da die Firmen, die wir eigentlich angefragt hatten, nicht in der kurzen Zeit von sechs Wochen liefern konnten.
Die Location lebt vom Charme der Industriearchitektur. Wie kommt ein Restaurant denn mit dem Denkmalschutz zurecht?
Tim Raue: Mit dem Denkmalschutz hatten wir gar keine Berührung.
Sie haben an nur drei Tagen in der Woche geöffnet. Warum?
Tim Raue: Aufgrund der enormen Bauarbeiten, die anstehen, und vor allem, weil an den anderen Öffnungstagen viele Events stattfinden, die von Agenturen und Firmen veranstaltet werden.
Was sagen die Gäste zum Vintage-Ambiente?
Tim Raue: Sie fühlen sich sofort wohl, die Menschen von außerhalb freuen sich über das unfertig Wirkende. Es symbolisiert für sie Berlin. Die Berliner haben es in kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil ihrer kulinarischen Hotspots gemacht.
Diversifizierung als Zukunftsmodell: Dafür sind Sie gerade vom Gault&Millau zum “Restaurateur des Jahres” gekürt worden. Ihre nächsten Ziele?
Tim Raue: Wir werden auf dem Gelände von Bötzow Berlin, ebenfalls im Auftrag von Professor Näder, ein französisches Restaurant eröffnen, das Teil des Hotels “Château du Nord” sein wird.
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