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Soppelsa Architekten über eine besondere Turnhalle

Über eine besondere Turnhalle
Soppelsa Architekten

Soppelsa Architekten über eine besondere Turnhalle
Mario Soppelsa und Nino Soppelsa führen gemeinsam das Büro Soppelsa Architekten in Zürich. Foto: privat

Mit der Doppelsporthalle der Schulanlage im schweizerischen Oberrüti haben Soppelsa Architekten einen sinnlich, minimalistischen Entwurf voller feinsinniger Details umgesetzt. Im Interview geben Sie Einblick in das Projekt.

Bitte beschreiben Sie Ihre Gestaltungsphilosophie

Soppelsa Architeken: Wir sind der Überzeugung, dass jeder Entwurf massgeschneidert auf die spezifischen Nutzungen und die Charakteristik des jeweiligen Ortes ist. Insofern fügt sich die Schulerweiterung in Oberrüti gut in unsere Arbeiten ein. In der Ausarbeitung der Projekte steht das Verhältnis von Raum zu Programm jeweils im Vordergrund. Die Beschaffenheit des Raumes, geprägt durch die Materialisierung, die Proportionen und die Lichtführung, bildet dabei einen wichtigen Bestandteil. So sollen kraftvolle Räume entstehen, die eine eigene Atmosphäre besitzen.

Wie finden Sie Inspiration?

Soppelsa Architeken: Die sehr aktive Teilnahme an Konkurrenzverfahren mit verschiedenen Nutzungen in unterschiedlichsten Massstäben dient als tagtägliche Inspirationsquelle für die verschiedenen Projekte. Wir erachten diese Form von „Weiterbildung“ als wesentlicher Bestandteil unserer Bürophilosophie. Durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aufgaben und Themenbereichen wird das architektonische Bewusstsein geschärft.

Welches Projekt war für die Entwicklung des Büros das wichtigste – und warum?

Soppelsa Architeken: In gewisser Weise jeder einzelne Wettbewerbsbeitrag, ungeachtet der Tatsache, ob wir das Verfahren für uns entscheiden konnten oder nicht. Das sind nun über die 10 Jahre seit unserer Bürogründung über 100 Projekte. Müsste man ein einzelnes Projekt benennen, dann stellt das Projekt Hagmannareal insofern einen Meilenstein dar, weil hier in der Architektur soviel Inhalt steckt. Dies war nur möglich, da die Bauherrschaft eine klare Vision formulierte, ein offener Dialog untereinander stattgefunden hat und der Prozess der Planung und Realisation von der Mitwirkung aller getragen wurde.

Ein Statement zum Projekt

Worin bestand die Herausforderung?

Soppelsa Architeken: Der Projektperimeter am Übergang zum Landschaftsraum erforderte einen sensiblen Umgang. Massgebende Themen während des Entwurfsprozesses waren die Suche nach einem adäquaten Anschluss an das bestehende Schulhauskonglomerat, der Umgang mit der Topographie (Aussenräume in gestaffelter Höhenlage) und die Integration einer bestehenden Sicht- und Wegeachse zur neugotischen Kirche, dem Wahrzeichen der Gemeinde Oberrüti, in die Disposition der Bauten und Plätze.

Zudem erwies sich der konzeptionelle Entscheid, die Nutzungen mehreren Gebäudevolumen zuzuordnen, als Befreiungsschlag in mehrfacher Hinsicht. Einerseits konnten Fragen der Adressbildung, der unterschiedlichen Nutzergruppen und der Massstäblichkeit leichtfüssig gelöst werden. Andererseits stellte sich bald heraus, dass die finanziellen Mittel für die Realisation in einer Bauetappe nicht ausreichten. Der Projektvorschlag ermöglichte der Bauherrschaft nun ein etappenweises Vorgehen. Dadurch konnten die finanziellen Folgen «abgefedert» und an der Gemeindeversammlung ein mehrheitsfähiger Antrag gestellt werden.

Gab es bei der Realisierung des Entwurfs positive bzw. negative „Überraschungen“?

Soppelsa Architeken: Die Realisierung der Doppelsporthalle fiel terminlich mitten in die Corona-Pandemie. Zu Beginn herrschte eine gewisse Verunsicherung, ob das Projekt termingerecht den Nutzern übergeben werden kann. Glücklicherweise konnte der Baustellenbetrieb aber gesamtschweizerisch mit gewissen Einschränkungen fortgeführt werden. Als Herausforderung im Projekt sahen wir die Ausführung der gewellten Aluminiumfassade in Zusammenhang mit den Details zu den Übergängen zum Betonsockel, Sheddach und Kehlenausbildungen, welche dank der guten Zusammenarbeit im Team und mit dem Unternehmer erfolgreich gelöst werden konnten.

Grundsätzlich war es sehr erfreulich zu sehen, wie das Projekt von den Verantwortlichen der Gemeinde mitgetragen wurde. Treffend wurde an der Gemeindeversammlung 2018 zur Kreditannahme erwähnt, dass es sich um ein Generationenprojekt handelt und man mit der gleichen Weitsicht wie bei der Erstellung der bestehenden Schulanlage handeln sollte.

Wunsch / Ziel des Bauherrn. Was sollte das Projekt können?

Soppelsa Architeken: Aufgrund steigender Schülerzahlen und neuer pädagogischer Konzepte benötigt die Gemeinde Oberrüti zusätzlichem Schulraum. Um ein qualitativ hochstehendes Projekt und Planerteam zu finden, hat sich die Gemeinde entschieden, ein Wettbewerbsverfahren durchzuführen. Anhand eines Entwicklungskonzeptes mitsamt einer Machbarkeitsstudie wurde der entsprechende Perimeter definiert.

Der Neubau ist dabei als Erweiterung der bestehenden Schulanlage zu verstehen. Daher war die Frage nach der Anbindung an den Bestand von zentraler Bedeutung. Zudem sollte auf die gestaltungssensible Lage am Ortseingang und dem Übergang zum Wald und zur offenen Landschaft bestmöglich Rechnung getragen werden. Im Verlaufe der Bearbeitung hat sich gezeigt, dass insbesondere das Kriterium „Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit“ für die Annahme des Projektes an der Gemeindeversammlung von hoher Wichtigkeit war. Wie bereits erwähnt, hat sich hier die Möglichkeit der Realisierung des Gesamtprojektes in Etappen als sehr hilfreich erwiesen.

Webseite der Architekten

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