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Büroplaner Kirsch & Lütjohann. Planer mit eigenem Worklab. md-mag

Büroplaner Kirsch & Lütjohann – Konzepte für das Büro der Zukunft
Henning Köppchen

Die Arbeitswelt verändert sich rasant und viele Unternehmen suchen nach passenden Raumkonzepten für ihre Prozesse. Der Büroplaner Kirsch & Lütjohann berät Firmen in diesen Fragen und probiert verschiedene Arbeitsformen im eigenen Worklab aus. Darüber und wie sich Büroformen entwickeln sprach md office mit Geschäftsführer Henning Köppchen.

Ihr Unternehmen steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent auf 13 Millionen Euro. Liegt es an der Attraktivität von Hamburg oder erkennen immer mehr Unternehmen, dass an der Büroeinrichtung nicht gespart werden darf und es sinnvoll ist, Büroplaner einzubinden?

Henning Köppchen: Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Diese beiden zählen sicherlich dazu. Generell erleben wir eine Tendenz zu Metropolregionen. Davon profitiert Hamburg. Gleichzeitig registrieren wir ein Investitionsverhalten, das sich stärker den Mitarbeitern zuwendet. Das bedeutet, dass wir nicht nur einen stabilen, sondern wachsenden Markt vorfinden. Kirsch & Lütjohann wächst sogar etwas überproportional.

Beratungs- und Planungsaufträge gewinnen bei Ihnen an Bedeutung. Warum?

Henning Köppchen: Der Umsatzanteil dieser Dienstleistungen ist absolut gesehen sicherlich noch deutlich geringer als der, den der Verkauf von Produkten beiträgt. Beratungs- und Planungsaufträge sind aber deswegen so wichtig, weil immer mehr Kunden sie als eigenständige Leistung erkennen und auch bereit sind, das zu honorieren. Der Mehrwert für den Kunden entsteht dadurch, dass wir deutlich mehr leisten als es die Branche im Schnitt kann. Dieser Bereich wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

Sie sehen sich unter den Top 10 der deutschen Büroeinrichter. Was qualifiziert Sie dazu? Der Umsatz oder die Tatsache, dass Sie ein Quality-Office-Haus sind?

Henning Köppchen: Das hängt zusammen. Die Struktur des Bürofachhandels in Deutschland ist sehr heterogen. Es gibt umsatzstarke, relativ große Fachhandelshäuser mit mehreren Standorten und eine sehr große Anzahl sehr kleiner Fachhändler. Kirsch & Lütjohann ist bundesweit tätig, aber kein Filialist. Hinsichtlich der Umsatzhöhe sind wir eher oben positioniert und ich glaube sagen zu können, dass wir in Norddeutschland im Bereich professioneller Büroeinrichtung weit vorne liegen.

Die digitale Disruption verändert auch etablierte Geschäftsmodelle. Gewinner sind die, die digitale und analoge Welt verbinden. Wie wirkt sich der digitale Strukturwandel auf Ihr Geschäftsmodell als Büroplaner aus?

Henning Köppchen: Das Geschäft, das wir betreiben, wird immer stärker durch Beratung geprägt. Beratung ist aber People’s Business, das heißt. wir arbeiten mit Menschen für Menschen. Das prägt unser Geschäftsmodell. Extrem große Bedeutung hat die Veränderung der Arbeitswelt für uns, da wir verstehen müssen, wie man heute arbeitet. Wir reden eben nicht mehr nur über Möbel und Räume.

Wie arbeitet man heute? Sie testen im eigenen Work-lab, wie Sie selbst sagen, alle erdenklichen Arbeitsformen am eigenen Leib. Welche Spuren hat das bei Ihnen hinterlassen?

Henning Köppchen: Ein schönes Beispiel liefere ich selbst. Früher war das hier mein Büro, heute kann es jeder Mitarbeiter frei buchen, um konzentriert oder vertraulich zu arbeiten, während ich als Geschäftsführer im Open Space sitze. Der Vorteil ist, dass wir schneller und offener miteinander kommunizieren und das bedeutet, dass wir zum Markt hin leistungsfähiger sind. Natürlich hat jeder seine Erfahrungen damit gemacht, Vorteile und Nachteile inbegriffen. Das Worklab ist deshalb der beste Ansatz, unseren Kunden Antworten auf ihre Fragen nach modernen Arbeitsorganisationen zu geben. Wenn wir es auf Hamburg beziehen, dann finden wir eine sehr heterogene Welt vor. Dazu zählen auch Unternehmen, die nach wie vor mit klassischen Zellenbüros arbeiten und dadurch Vorteile verschenken. Open Space ist dennoch kein Dogma.

Der Ökonom Robert Gordon behauptet, dass die Industrienationen trotz Digitalisierung bei der Produktivität kaum Fortschritte erzielten. Zwischen 2010 und 2015 lag der Zuwachs in den G7-Volkswirtschaften unter einem Prozent. Richten die Firmen sich falsch ein oder hören sie zu wenig auf die Büroeinrichtungsbranche?

Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Gestaltung des Raums und Erfolg besteht. Ich glaube auch, dass diejenigen Unternehmen, die das Thema Arbeit und damit die Einzelaspekte Mensch, Fläche, Technik und Kommunikation strategisch aufgreifen, erfolgreicher sind oder sein werden. Wir sehen viele erfolgreiche Unternehmen in unserem Kundenkreis, bei denen es jedenfalls funktioniert. Nur auf die allgemeine Produktivität zu schauen, wäre ein verkürzter Blick.

Warum machen es denn nicht alle?

Das ist ein Top down-Thema. Ein CEO oder ein Geschäftsführer muss daran glauben, dass man durch Veränderungen Fortschritte erzielen kann. Letztlich ist es also der Führungsstil, der Mitarbeitern Kreativitäts- und Produktivitätsreserven entlockt.

Welche Arbeitsbedingungen schaffen denn heute ein innovationsfreundliches, kreatives Klima, damit es auch etwas mit der Hebung von Reserven wird?

Es gibt weder ein allgemeines Klima noch eine allgemein richtige Büroeinrichtung. Der Weg, den der Kunde für sich findet, ist der richtige, weil er die eigene Arbeit am besten versteht. Dafür müssen wir die bestmöglichen Arbeitsplätze konzipieren. Es ist immer ein individueller gemeinsamer Weg.

Beratung verstehen wir aber anders.

In Diskussionen zeigen wir ihm schon die Alternativen zwischen Open Space, möglicherweise sogar mit Desk Sharing, zu Zellenstrukturen auf, aber in unserer Arbeit kann es immer nur darum gehen, dass der Kunde selber seinen Activity Code versteht, wie Arbeit heute und zukünftig aussieht. Dieses Einbeziehen des Kunden ist der beste Ansatz, um optimale Arbeitsplätze zu schaffen. Das können Arbeitsplätze im Open Space sein, das können Rückzugsmöglichkeiten sein, wo man konzentriert arbeiten kann. Wir gehen davon aus, dass wir zunehmend im Wechsel arbeiten.

Laut einer Studie des Immobiliendienstleisters Savills bevorzugt die Generation Y Einzelbüros oder Räume mit wenigen Mitarbeitern. 94 Prozent der Befragten wollen sogar einen festen Arbeitsplatz. Fällt der Wechsel womöglich aus?

Nein, die Entwicklung geht zwar sehr langsam, aber stetig voran. Immer mehr Unternehmen, darunter viele mittelständische, machen sich Gedanken über diese Thematik. Es ist noch kein Mega-Trend, auch weil es viel Knowhow erfordert.

Erstaunlich. Gerade der Mittelstand gilt doch als strukturkonservativ.

Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist die Suche nach Fachkräften, was oft mit dem nicht sehr schönen Schlagwort „War for Talents“ beschrieben wird. Klar ist jedoch, dass zukünftig vollkommen neue Arbeitswelten geschaffen werden müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. „High Potentials“ suchen sich ihren Arbeitsplatz auch unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbedingungen aus. Der Raum ist nur ein Aspekt im Gesamtpaket, aber er ist ein strategisches Marketinginstrument für die HR-Abteilungen.

Das Arbeitsumfeld wird immer wohnlicher und passt sich dem privaten Umfeld durch intelligente Möbel an. Was wird danach kommen?

Die Tendenz zum Wohnlichen kann ich bestätigen. Allerdings sind auch chillige Lounge-Arbeitsplätze für bestimmte Arbeiten unter ergonomischen Aspekten nur bedingt sinnvoll. Gleichwohl gilt: Die Arbeitswelt wird vielfältiger und „grüner“, was Farben und Materialien anbelangt. Generell glaube ich, dass die Innovationszyklen kürzer werden und Unternehmer schneller bereit sind, das Arbeitsumfeld zu reformieren als sie es damals gemacht hätten.

Wir hätten vermutet, dass die Branche zum Gesundheitsdienstleister wird, weil sie ihre Tische und Stühle mit Sensoren ausrüstet, um unser Bewegungsverhalten zu messen.

In der Tat, die Büroeinrichtungsbranche strebt tatsächlich in diese Richtung und es mag vielleicht auch zielführend sein. Ich halte aber auch viel davon, direkt mit dem Bewusstsein der Menschen zu arbeiten. Deswegen haben wir auch einen geprüften und zertifizierten Ergonomie-Coach bei Kirsch & Lütjohann.

Nun zu einem anderen Thema: Seit 1998 hält die GBK Beteiligungen AG 49 Prozent an Kirsch & Lütjohann. Private Equity-Gesellschaften sind bekannt dafür, zu sanieren, zu zerlegen und einen Wertzuwachs durch den Verkauf der Beteiligung zu realisieren. Verdient man mit Büromöbeln so gut, dass man sich nicht trennen kann?

Die GBK verfolgt langfristige Geschäftsstrategien. Sie ist nicht auf den kurzfristigen Verkauf der Anteile angewiesen. Aber in der Tat liefern wir seit Jahren gute Renditen ab.

Ungewöhnlich ist das aber für eine Private Equity Gesellschaft schon oder?

Kirsch & Lütjohann steht für Win-win-Partnerschaften und stabile, langfristige Beziehungen mit Kunden. Das führt zu guten und nachhaltigen Erträgen und die konnten wir über Jahre hinweg auf hohem Niveau halten, weshalb wir für die GBK eine interessante Anlageform darstellen.

Herr Köppchen, wir bedanken uns für das Gespräch.

www.kirsch-luetjohann.de

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