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Projekte von Steinhoff Einrichten + Wohnen aus Hannover

Steinhoff Einrichten + Wohnen
4-Säulen-Modell bei Steinhoff

Viele Unternehmen wollen als besonders wahrgenommen werden. Raumgestaltungen, die einen Subtext vermitteln, können dazu beitragen, meinen die Experten von Steinhoff Einrichten+Wohnen. Sie bedienen sich dabei ihres 4-Säulen-Modells.

Die Hannover Rück beauftragte die in der Leinestadt ansässige Steinhoff Einrichten + Wohnen für die Renovierung ihrer Speiseräume für die Kundenbewirtung. Damit zogen die Planer einen großen Fisch an Land. Denn das Unternehmen ist der drittgrößte Rückversicherer der Welt mit rund 3 300 Mitarbeitern und 140 Tochtergesellschaften auf allen Kontinenten.

Der Global Player wollte die renovierten Räume als Visitenkarte für die Vorstände internationaler Kunden betrachten. Steinhoff Einrichten + Wohnen entwickelte eine Gestaltungsidee, der die Stadt Hannover und was man mit ihr verbindet, zugrunde liegt. Anand Steinhoff, Geschäftsführender Gesellschafter, sagt: „Hannover steht für Hochdeutsch und Pferde, für das Grammophon und das Universalgenie Leibniz.“ Gleichzeitig nimmt der Entwurf Hannovers touristisches Leitsystem „Roten Faden“ als grafisches Element auf. Dritter Baustein ist die Integration der Kunst. „Für den Raum ‚Hochdeutsch‘ habe ich unterschiedliche Regale entworfen und mich bewusst für ein Gemälde von Heinz Trökes entschieden, damit dieser Raum nicht langweilig wirkt, was man beim Wort ‘hochdeutsch‘ vielleicht denken könnte“, betont der Chef von Steinhoff Einrichten + Wohnen.

Das Gesamtkunstwerk vermittelt den Gästen ein besonderes Raumerlebnis und erzählt ihnen etwas über Hannover. So präsentiert der Raum „Grammophon“ einen überdimensionalen Grammophon-Trichter, während der Tisch als Plattenteller und die Leuchte als Tonabnehmer dienen. Im Raum „Leibniz“ wurden die Rechenmaschine und das binäre Zahlensystem des Gelehrten gestalterisch umgesetzt. Insgesamt sieben „Teilidentitäten“ deklinierte Steinhoff durch – darunter die Herrenhäuser Gärten und das ehemalige Welfenschloss Herrenhausen.

Weniger lyrisch fiel die Inneneinrichtung des Hildesheimer Systemgastronomie-Unternehmens Gastro&Soul in seiner neuen Firmenzentrale aus. Es hatte Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst beauftragt, eine moderne urbane Architektur am Stadteingang zu entwickeln. Die Detailplanung übernahm das Architekturbüro Lichnowski, die Innenraumgestaltung und Einrichtung Steinhoff und das Planungsbüro Hirsch Architekten. Rund 60 Mitarbeiter sollen im Herbst 2018 ihre neuen Büros in dem 4 600 m² großen Bau beziehen.

Die Gebäudestruktur ist traditionell – mit geschlossenen Büros, Teeküchen sowie Mitarbeiter-Lounges auf jeder Etage. Im Erd- und Dachgeschoss gibt es Empfangszonen. Für die Marketingabteilung entstand ein individuell eingerichteter Kreativraum. Auch hier, glaubt der Inhaber von Steinhoff Einrichten + Wohnen, spiegele sich die Stärke seines Unternehmens wider, auch wenn die „Story“ eher klassisch ausfalle. „Die organische Formensprache der Architektur haben wir im Innenraum zu einem künstlerischen Gesamtkonzept weitergeführt.“

Dabei kann er auf das von ihm entwickelte 4-Säulen-Modell für Objekt und Wohnen zurückgreifen. Die erste Säule des Konzepts sieht vor, die Kunden durch unterschiedliche Einrichtungsstile zu führen. „Die Idee war“, konkretisiert Steinhoff, „auf allen Geschossen schlüssige und bis ins Detail genaue Geschichten zu erzählen. Wenn Sie gut erzählen können, erreichen Sie Menschen am direktesten und schnellsten. Die Leser knüpfen dann mit ihrer Geschichte daran an“, ist er überzeugt. Steinhoff geht dabei systematisch vor: Die „Erzählstücke“ basieren auf sozialwissenschaftlichen Forschungen, die er in eine Matrix von Kundentypen übersetzt hat. Alle ein bis zwei Jahre kommen neue Stücke auf die Bühne.

Die zweite Säule des Modells ist die 2014 ins Leben gerufene „anand steinhoff-Kollektion“, weil das, was es an Accessoires gab, nicht in die Geschichten passen wollte. „Wenn Sie authentisch erzählen möchten“, sagt Steinhoff, „dann können Sie keine Versatzstücke aus anderen Stories nehmen. Das erkennt der Kunde und raus ist er aus der Geschichte.“ Als dritte Säule versteht er die Beratung. Hier sieht Steinhoff einen, wenn nicht sogar den größten Mehrwert für seine Kunden.

Mit der vierten Säule realisierte der Hannoveraner mit indischen Wurzeln 2012 einen lang gehegten Traum. Im zweiten Obergeschoss des Showrooms von Steinhoff Einrichten + Wohnen befindet sich Deutschlands kleinstes Designmuseum. „Das war eine Idee, die aus einer Weinlaune heraus geboren wurde“, sagt er. „Heute verbinden wir damit einen Kulturauftrag im Sinne von Hochkultur.“ Allein zur Ausstellung „Käfer de luxe“ kamen 12 000 Besucher.

Autor: Ulrich Texter

Mehr Infos auf der Website des Unternehmens

Weitere Porträts

Das Interview mit Anand Steinhoff finden Sie unter info.md-mag.com/steinhoff


Unternehmensprofil

Firmierung: Steinhoff Einrichten + Wohnen GmbH

Standort: Braunschweiger Platz 2, 30173 Hannover

Webadresse: www.steinhoff-einrichtungen.de

Geschäftsführung: Anand Steinhoff (Inhaber)

Gründungsjahr: 1936

Mitarbeiter: 15 Festangestellte, 15 freie Mitarbeiter

Besonderheiten: Steinhoff Designmuseum; Anand Steinhoff ist Gründer und Geschäftsführer der „designalliance“ und Mitbegründer von Stylepark

Portfolio (Auszug): Artemide, Baxter, Cassina, Flexform, Minotti, USM Haller, Vario, Vitra, Walter Knoll

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