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Michaela Neugebauer über die Firmenzentrale Arri

Innenarchitektinnen erklären ihre Lieblingsprojekte
Michaela Neugebauer über die Firmenzentrale Arri

Die neue Arri-Firmenzentrale bietet ein innovatives Open-Space-Bürokonzept. Alle Ideen und Wünsche der Belegschaft sind ins Möblierungs-Konzept eingeflossen. Dessen gesamte Entwicklung wurde über die letzten Jahre in einem Change-Management-Prozess durch die Innenarchitektin Michaela Neugebauer betreut.

Ende 2014 wurde das verkehrsgünstig gelegene Grundstück von Arri erworben – ein Bekenntnis der global tätigen Unternehmensgruppe in der Film- und Medienbranche, der Arnold & Richter Cine Technik (Arri), mit weltweit rund 1400 Mitarbeitern zum Standort München. Seitdem ist viel passiert. Im Oktober 2019 war das Arrial bezugsfertig, sukzessive zogen alle Abteilungen um. Insgesamt rund 600 Arbeitsplätze befinden sich im Arrial.

Die Firmenzentrale war für Michaela Neugebauer ein Mammutprojekt. Über fünf Jahre arbeitete die Innenarchitektin als Projektleiterin für den Kunden in Zusammenarbeit mit dem Innenarchitekturbüro CSMM und dem Architekturbüro Hoffmann Amtsberg an einer agilen Open-Space-Welt für 600 Mitarbeiter gearbeitet.

Das Gebäudeensemble sollte innovativ ohne teuer auszusehen, eher bescheiden als protzig sein. Die großzügigen Fenster der Lochfassade aus schwarzem Klinker sind innenseitig aus Holz. Das Team aus Architekten und Innenarchitekten wollte eine Büroatmosphäre schaffen, die nicht cool ist, sondern Natürlichkeit und Wärme ausstrahlt. Die meisten Arbeitsplätze liegen hier.

Die neue Firmenzentrale verfügt über ein passendes, innovatives Open-Space-Bürokonzept, dass den Anforderungen an die Arbeitswelt von morgen gerecht wird. Den Mitarbeitern stehen größere Büros und verschiedene Rückzugsräume zum konzentrierten Arbeiten oder für interne Besprechungen zur Verfügung, während es für Kunden und externe Besucher vielseitig nutzbare Besprechungsräume sowie sogenannte Hot-Desks gibt. Schallabsorbierende Böden sorgen für weniger Umgebungsgeräusche. Im vollklimatisierten Gebäude mit außen- und innenliegendem Sonnenschutz zirkuliert kontinuierliche Frischluft. Trotzdem können die Fenster teilweise geöffnet und Heizungen individuell geregelt werden. 

Michaela Neugebauer als Projektleiterin

Michaela Neugebauers Aufgabe war es, zwischen den Projektbeteiligten zu vermitteln und die Bedürfnisse des Bauherren in die manchmal doch spezielle Architektursprache zu übersetzen. Ganz klar, so war sie näher an vielen Entscheidungen dran und konnte rechtzeitig intervenieren, wenn Missverständnisse drohten.

Treppe als Treffpunkt

Es entstanden Orte der Begegnung, die zufällige Kommunikation fördern. Das Entree ist einladend und ungewöhnlich zugleich: Besucher dürfen erstmal auf einer Freitreppe aus Beton, belegt mit hellem Holz, Platz nehmen. Im Inneren sorgen hohe Decken im Industriedesign für modernes Ambiente. Die Sitztreppe im Eingangsbereich ist ein Lieblingsdetail der Innenarchitektin Michaela Neugebauer. Sie wird als Treff- und Versammlungspunkt gut angenommen – von Mitarbeitern und Besuchern. Am oberen Ende geht sie über in einen halböffentlichen Bereich, der bei Bedarf zu einer Partyzone umfunktioniert werden kann. Gefeiert wird in der Filmbranche hoffentlich bald wieder.

Prinzipien des Biophilic-Design

Im Innenraum kamen nur wenige zweckorientierte Oberflächenmaterialien wie schallabsorbierender Teppichboden und ableitfähiger Kautschukbelag zum Einsatz. In den Büro- und Produktionsbereichen dominieren die Farben Schwarz, Weiß und Grau, die durch farbige Akzente in den eingestreuten Kommunikations- und Begegnungsflächen ergänzt werden. Bei der Gestaltung und Farbauswahl der Innenräume wurden die Prinzipien des Biophilic-Design angewandt.

Die Grundrissgestaltung lässt spektakuläre Ein- und Durchblicke durch alle Geschosse hinweg zu und fördert die Begegnung und Kommunikation der Mitarbeiter.

Michaela Neugebauer

Michaela Neugebauer (Jg. 1976) startete 1997 nach ihrem Innenarchitekturstudium an der FH Mainz zunächst als Planerin. Nach einem Umzug ins Ausland wechselt sie später als Projektleiterin internationaler Hotelbauprojekte auf die Seite der Auftraggeber. Seit 2007 zurück in Deutschland baute Michaela Neugebauer die Bauabteilung der globalen Unterwäschemarke Triumph auf. Seit 2012 agiert sie mit ihrer Beratungsfirma Brand Interiors als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Architekten.

Fakten

Projekt: Firmenzentrale ‚Arrial‘ in der Parkstadt Schwabing

Standort: Herbert-Bayer-Straße 10, 80807 München

Bauherr: Arri AG, Webseite des Unternehmens

Bauaufgabe: Innovatives Open-Space-Konzept

Architektur: Hoffmann Amtsberg aus Gräfelfing, www.abha.de

Innenarchitektur: CSMM München, www.cs-mm.com

Projektleitung und Change-Management: Michaela Neugebauer, Brand Interiors, www.brandinteriors.de

Fläche: Büro: 17500 m² und 15000 Lagerfläche m²

Fertigstellung: 2020

Fotos: Henning Rädlein und Heiko Meyer/Arri

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