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Umgestaltung des schottischen Schloss Roxburghe

Olaf Kitzig stellt sein Lieblingsprojekt Hotel Schloss Roxburghe vor
Kitzig Interior Design

Das Fünf-Sterne-Hotel Schloss Roxburghe im schottischen Kelso vereint ein historisches Ambiente mit modernem Komfort. Für die Renovierung, Modernisierung und Innenraumgestaltung war Kitzig Interior Design aus Lippstadt verantwortlich.

Autorin: Gabriele Benitz

Die Innenarchitekten entschieden sich ganz bewussst gegen die Verwandlung in ein Boutiquehotel mit modernen Elementen oder Designklassikern. Vielmehr bezogen sie sich explizit auf den Ist-Zustand. „Wir wollten im Stil der Zeit bleiben“, betont Olaf Kitzig, Gründer und Chef des Innenarchitektur- und Architekturbüros.

Er nennt ein Beispiel: „Das Schloss weist aufwendige Stuckarbeiten auf, die wir von Kitzig Interior Design nur wenig ausbessern mussten.“ Exemplarisch dafür stehen die Rezeption und Lounge. Die Stuckelelemente werden indirekt von unten beleuchtet, ohne dass andere Details den Gesamteindruck stören.

Kitzig Interior Design
Auch in der Rezeption und Lounge des heute als Hotel genutzten Schloss Roxburghe in Schottland arbeiteten die Innenarchitekten von Olaf Kitzig mit Bestandsmaterialien.Foto: Christian Laukemper

Die Lichtwirkung setzt sich fort: Der Tresen mit Marmorplatte und hochwertiger Goldlackierung scheint aufgrund des verdeckt angebrachten Lichtbandes zu schweben. Ebenso gilt das für den hinterleuchteten Schlüsselkasten.

Wie die Stuckelemente sind  auch die restaurierten Einbauten authentisch. Dazu zählen die unter Denkmalschutz stehenden Kamine mit ihren Schnitzereien, das Treppenhaus und die Regaleinbauten der alten Bibliothek.

Kitzig Interior Design
Eingangshalle: Einer der denkmalgeschützten Kamine mit Schnitzereien. Foto: Christian Laukemper

Ebenso wurden die Bar, die Türen, Betten und Holzeinbauten aufgearbeitet. „Ich bin noch heute froh über die Entscheidung, mit einem Großteil der Bestandsmaterialien zu arbeiten“, sagt Olaf Kitzig. 

Die gründlichste Vorarbeit erforderte die Einbeziehung der im Schloss vorgefundenen, zahlreichen Dekorationsstücke. „Wir trennten und kategorisierten sie zu Anfang. Das war eine Heidenarbeit. Aber sie hat sich gelohnt. Wir konnten den nostalgischen Charme des Gebäudes erhalten.“

Kitzig Interior Design
Lounge „Drawing Room“. Foto: Christian Laukemper

Alle 20 Suiten im ehemaligen Herrenhaus sind individuell gestaltet. Dazu hatten Olaf Kitzig und sein Team im Vorfeld unter anderem Moodboards für jeden Raum mit realen Materialien erstellt.

Besonderes Augenmerk richteten sie auf die edlen Bezugsmaterialien für die Sitzmöbel und die Vorhangstoffe. Die Experten von Kitzig Interior Design arbeiteten mit 17 verschiedenen Stoffherstellern zusammen. Von den 130 unterschiedlichen Dessins kamen dann nur individualisierte Produkte zum Einsatz.

Kitzig Interior Design
Eine der Suiten. Foto: Christian Laukemper

Ebenso wie bei den Möbelbezugsstoffen und Tapeten bedienten sich die Innenarchitekten bei den Bodenbelägen teilweise historischer Vorlagen. So verweist etwa das Tartan-Dessin des Teppichbodens auf das Clan-Karomuster des ehemaligen Schlosseigentümers, Duke of  Roxburghe.

Insgesamt also ein komplexer Prozess der Innenraumgestaltung. Bei der Entwicklung des Konzepts mit seinen Erschließungswegen für Gäste und Servicepersonal orientierten sich die Innenarchitekten von Kitzig Interior Design nicht allein am Grundriss. „Wir betrieben auch Storytelling auf Basis der Interessen des Gästeklientels fürs Jagen, Golfspielen und Fliegenfischen.“

Sechs Gästezimmer in den ehemaligen Stallungen des Nebengebäudes ergänzen die Suiten im Haupthaus. Nun verbindet sich im Hotel der schottisch-klassische Landhausstil inklusive Tweed-Materialien und Tartan-Muster mit dem Viktorianischen Stil. 

Zusätzlich entsteht derzeit ein separater Anbau mit 58 Zimmern und Suiten, einem neuen Restaurant, einem 600 m² großen Spa-Bereich und einem beheizten Outdoor Swimming Pool. Der von einem Edingburgher Architekturbüro geplante Bau umfasst auch eine eigens errichtete Bankett-Suite. Für die Innenraumgestaltung des modernen, luxuriös ausgestatteten Gebäudes zeichnet gleichfalls Kitzig Interior Design verantwortlich. „Es soll noch in diesem Jahr eröffnet werden“, freut sich Olaf Kitzig.

Damit setzt sich die bewegte Vorgeschichte des Schlosses Roxburghe fort. Der Architekt David Rhind aus Edinburgh baute es um 1810  für Robert Scott-Kerr als großes, asymmetrisches schottisches Herrenhaus im Jacobethanischem Stil, genannt „Sunlaws House“.

Nach der Zerstörung durch ein Feuer 1885 übernahm der Architekt John Watherston aus Edinburgh 1885-86 die Reparatur, Renovierung und den Wiederaufbau. Der Viktorianische Stil prägte nun das Interior.

In den 1960er-Jahren kaufte der Herzog von Roxburghe das Anwesen und nutzte es eine Zeit lang als Herrenhaus. Seit 2018 wird es von 12.18. Hotel Collection mit Hauptsitz in Düsseldorf als Hotel betrieben.

Fakten:

Projekt: Hotel Schloss Roxburghe
Standort: Kelso, Schottland
Bauherr: 12.18. Hotel Collection, Düsseldorf
Bauaufgabe: Umwidmung eines Schlosses in ein Hotel mit 20 individuell gestalteten Suiten
Fläche: Herrenhaus: 1432,57 m², Nebenhaus (ehemalige Stallungen): 333,19 m²
Fertigstellung: 2019
Verwendete Materialien (Auszug): Blaue Tapete mit Hirschen in der Haupthalle von The Brook Wallpaper von Morris & Co, blauer Tartan-Teppich als Individualanfertigung von EGE Carpets, Teppichböden ,Dots‘ und ,Twinkle‘ von Jab Anstoetz, weitere Stoffe von Origin, Fine Textiles und Richter Leder.

Zur Website des Büros

Hier geht es zum Video des Investors und Betreibers 12.18. Hotel Collection und den Bauunternehmers Sharkey über das Hotel Schloss Roxburghe

Über ein Hotelprojekt in Amsterdam auf md-mag.com

 

 


 

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