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Gio Tirotto Showroom Fenix

Mailänder Showroom Fenix Scenario für das und mit dem Material
Gio Tirotto

Theater, Show, Labor, Übungsplatz: Es waren einige Anforderungen, die der Innenarchitekt Gio Tirotto für den neuen Showroom Fenix Scenario im Mailänder Stadtteil Brera vereinen sollte. Der Star bleibt das Material.

Autorin Katharina Feuer

Brera ist das interessanteste Viertel Mailands. Genau deswegen befindet sich dort seit Oktober 2020 der Showroom Fenix Scenario. „Die großen Schaufenster nehmen Kontakt zum Außenraum, der Stadt, auf und sollen die Unternehmenswerte aussenden“, erklärt Gio Tirotto.

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Foto: Fenix

Fenix Scenario – Location mit hoher Wandelbarkeit

Der Innenarchitekt hat das gestalterische Konzept entwickelt: „Eigentlich habe ich keinen Showroom entworfen, sondern eine Location, die sich durch große Anpassungsfähigkeit und Dynamik auszeichnet. Ein Ort, der in der Lage ist, komplexe technische Funktionen zu erfüllen und der gleichzeitig durch seine Wandelbarkeit attraktiv bleibt.“

Rollen erlauben ein schnelles Umstellen der Materialbibliotheken, mobilen Möbel und Moodboards. Auftraggeber ist die Holdinggesellschaft, zu der auch die Marke Fenix gehört. Insbesondere zwei Personen standen bei diesem Projekt mit Gio Tirotto im regen Austausch: Musa-Chef Filippo Manetti und Kommunikationschef Sandro Marini.

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Je nach Möblierung wirkt und funktioniert der Raum komplett unterschiedlich. Foto: Fenix

Innovative Materialien in der Innenarchitektur

Zweiter bestätigt: „Fenix Scenario ist als Theater konzipiert, quasi als eine offene Plattform, auf der man grundlegende Erfahrungen über innovative Materialien in der Innenarchitektur sammeln und das Experimentieren unter Verwendung der Materialien jenseits konventioneller Anwendungen üben kann.“

Erste Ideen zu einem Arbeitsraum in Kombination mit einem interaktiven Showroom entstanden bereits vor drei Jahren. Seit Oktober 2020 ist die Bühne eröffnet. Der Star: das Hightech-Material.

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Innenarchitekt Gio Tirotto inszenierte den Werkstoff. Foto: Fenix

Man kann es überall im Raum in all seinen Facetten erleben. „Wir wollten die Vielseitigkeit und Flexibilität des Materials demonstrieren: auf Küchenplatten und -türen, Möbelelementen wie Büro- und Couchtischen, bei Schiebetüren, Schaltern, Akustikpaneelen, Armaturen, Bücherregalen, Trennwänden, Rollladenbausätzen und parametrischen 3D-Objekten“, erklärt Filippo Manetti.

Bühne frei für die Show

Seit 2013 kennt die Innenarchitektur- und Architekturwelt das Material, dessen Vorteile Sandro Marini aufzählt: „Die opake Oberfläche ist extrem lichtundurchlässig, sie fühlt sich weich an und verhindert Fingerabdrücke. Erreicht wird das durch eine mehrfache Beschichtung und die Verwendung von Acrylharzen, die durch einen Elektronenstrahl gehärtet und fixiert werden.“

Was war die Inspiration für das Innenraumkonzept? Gio Tirotto, der 2010 sein Studio für Design und Innenarchitektur im kleinen Ort Fiorenzuola D’Arda gründete, erinnert sich: „Ich stellte mir einen Raum vor, den die Menschen nicht nur aus einem technischen oder kommerziellen Bedürfnis heraus besuchen, sondern an dem sie der steten Entwicklung eines interaktiven Angebots begegnen können.“

Gio Tirotto
Hinter den Türen verbergen sich weitere Materialproben. Foto: Fenix

Wie bei einer Show. Noch mehr: „Die Besucher werden zu „Bewohnern“: Sie kreieren, entdecken, reden und lernen.“ Neben den Einrichtungsmarken der Gruppe (Arpa, Formica, GetaLit, Getacore und Homapal) fungiert der Showroom gleichzeitig als Büro von Musa. Musa – ein Akronym für Marketing und unerwartete Lösungen für die Avantgarde – verbindet die Aufgabenfelder Marketing, Design und Kommunikation miteinander.

Gio Tirotto zieht Fachpublikum ein

Tirottos Konzept geht auf und zieht das Fachpublikum und andere an. „Seit der offiziellen Eröffnung kamen trotz Pandemie viele Fachbesucher, davon 65 % Architekten“, freut sich Kommunikationschef Sandro Marini. Jetzt hoffen alle, dass der in den Herbst 2021 verschobene Salone ein positives Signal an die Designwelt aussendet und man auch wieder zu physischen Veranstaltungen zurückkehren kann.

Hoffen auf den Herbst

Man ist also bereit für das internationale Publikum, für ein „größeres, längeres und besseres Erlebnis.“ Die richtige Bühne gäbe es mit dem Showroom von Gio Tirotto schon.


Gio Tirotto
Foto: Fenix

Gio Tirotto

Gio Tirotto (Jg. 1981) absolvierte sein Studium an der politechnischen Universität Mailand. Nach Stationen als Assistent bei Albino Vescovi und Diego Grandi gründete der Innenarchitekt und Produktdesigner 2010 sein Studio. Die intensive Recherche und Auseinandersetzung mit dem Kunden, der Bauaufgabe und dem Ort ist seinen Projekten gemein.

www.giotirotto.it

Showroom Fenix Scenario

Via Quintino Sella, 1, 20121 Milano MI, Italien

www.fenixforinteriors.com

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