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Fanny Englund

Interview über die Zentrale der SEB Bank, Stockholm
Fanny Englund

Ein Gespräch mit der Stockholmer Lichtdesignerin Fanny Englund über Inspiration, Strategien und wie man es schafft, mit Hilfe von Licht aus einer großen, gemeinschaftlich genutzten Fläche ein dynamisches Umfeld zu kreieren. Ihr jüngstes Projekt: die neue Zentrale der SEB Bank in Stockholm.

Interview Vibia

Eine der führenden nordeuropäischen Institutionen im Bereich Finanzdienstleistungen, die SEB-Gruppe, hat vor kurzem ihre neue Zentrale in Arenastaden bei Stockholm eröffnet.

Das 100 000 m2 große Gebäude mit offener Grundriss-Struktur, in dem 4 500 Mitarbeiter tätig sind, steht ganz im Zeichen moderner Sensibilität.

Ein Gespräch mit Fanny Englund, der prämierten Lichtdesignerin des Projekts, die von ihrer Inspiration und ihren Strategien erzählt, und davon, wie es ihr möglich war, auf einer derart großen, gemeinschaftlich genutzten Fläche ein dynamisches Umfeld zu kreieren.

Inwiefern beeinflussen die Architektur und das Design eines Raumes ihre Entscheidungen hinsichtlich der Beleuchtung?

Fanny Englund: Ich bemühe mich, eng mit den Architekten zusammenzuarbeiten, um ihre Visionen des Raums umzusetzen und zu betonen. Wenn Architektur und Beleuchtung Hand in Hand arbeiten, dann entsteht so etwas wie Magie.

In den Fällen, in denen die Vorstellungen des Kunden von der Architektur nicht unterstützt werden, ist es mein Ziel, die jeweils beste Lösung für diesen Kunden zu finden.

Beeinflusst der Unternehmenszweck einer Gesellschaft – im Fall von SEB, eine Bank – das Lichtkonzept, für das Sie sich entscheiden?

Fanny Englund: Bei jedem Projekt ist es unerlässlich, die Bedürfnisse des Kunden richtig einzuschätzen. Auch die Markenidentität ist von Bedeutung.

In einer großen Bank wie SEB fallen viele unterschiedliche Tätigkeiten an.

Da fast alle Angestellten im offenen Raum arbeiten, ist es praktisch unmöglich, auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen. Stattdessen haben wir versucht, für möglichst viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein nahezu ideales Arbeitsumfeld zu gestalten, einschließlich der ergonomischen Anforderungen.

Bei den unterschiedlichen Bereichen innerhalb des Gebäudes sollte es relativ einfach sein, einen Platz mit genau dem Licht zu finden, das man gerade benötigt.

Wie sind Sie das Design der Beleuchtung für angegangen?

Fanny Englund: Unser Ziel war eine diskrete Allgemeinbeleuchtung, wobei wir großen Wert auf gutes vertikales Licht gelegt haben, um ein angenehmes Ambiente zu schaffen. Wir haben sehr viel Sorgfalt darauf verwandt, dass das Licht genau dort ist, wo es benötigt wird – anstelle einer flachen, gleichmäßigen Beleuchtung überall.

So haben wir eine ruhige und dennoch dynamische Basis geschaffen, die ein Raumerlebnis ermöglicht, ohne dass man über das Licht nachdenken muss.

Dabei haben wir die dekorativeren Elemente, die sorgfältig für jeden einzelnen Platz und in Zusammenarbeit mit den Innenarchitekten ausgewählt wurden, in den Fokus gerückt.

Wovon haben Sie sich in Hinblick auf das Design dieses Projekts inspirieren lassen?

Fanny Englund: Die SEB wollte moderne Klassik und skandinavisches Design. Sie wollten Büroräume, die in den nächsten zwanzig Jahren hervorragend aussehen und ein gutes Gefühl vermitteln.

Also haben wir versucht, alles zu vermeiden, was zu trendy ist und ein zeitloses Design entworfen.

Warum haben Sie sich für Vibia-Leuchten entschieden?

Fanny Englund: Die Produkte von Vibia, die für dieses Projekt verwendet wurden, kommen dem minimalistischen, aber gewagten Design sehr entgegen, für das wir uns entschieden hatten.

Sie verkörpern gleichzeitig Klassik und Moderne. Die Qualität sowohl des Lichts als auch der Materialien machen die Vibia-Leuchten zu Produkten, die ihr gutes Aussehen über eine lange Zeit beibehalten.

Welche Herausforderungen hinsichtlich der Beleuchtung gab es bei dem Gebäude?

Fanny Englund: Die größten Herausforderungen waren die Dimensionen des Projekts. Wie erreicht man, dass ein Bürogebäude von fast 100 000 m2 keine standardisierten, langweiligen Strukturen aufweist, sondern interessant wird, überrascht und gleichzeitig den Eindruck von Willkommensein erweckt, während die Kosten auch noch in einem vernünftigen Rahmen gehalten werden?

Indem man intelligente Entscheidungen trifft und eng mit dem Kunden und den Innenarchitekten zusammenarbeitet; durch geringfügige Veränderungen in Farbe und Design haben wir es beispielsweise geschafft, den Besprechungsräumen ein jeweils etwas anderes Aussehen zu verleihen.

Inwiefern haben die neuesten Entwicklungen auf dem Lichtsektor ihre Arbeit beeinflußt?

Fanny Englund: Das Wichtigste ist, immer offen für Neuerungen zu sein und sich stets darüber auf dem Laufenden zu halten, welche Möglichkeiten der Fortschritt der Technologie gerade bietet.

Aber nur, weil etwas neu ist, heißt das noch nicht, dass es auch besser sein muss. Ich versuche, neue Produkte unter realen Bedingungen zu überprüfen, um sicher sein zu können, dass sie wirklich die Eigenschaften besitzen, nach denen ich suche.

Außerdem sollte man auf keinen Fall vergessen, dass es bei guter Beleuchtung immer auch darum geht, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen – und kein noch so cooles, neues Element eines Kontrollsystems oder ähliches kann daran etwas ändern.

Weitere Projekte finden Sie hier

https://www.menschundbuero.de/bueroplanung/projekte/slack/

Fanny Englund

Fanny Englund ist in Stockholm ansässig und hat sich als Lichtdesignerin auf Büro- und Wohngebäude spezialisiert. Englund ist bei ÅF Lighting beschäftigt und Mitglied des Teams, das den Swedish Lighting Award 2016 für wegweisende Bürobeleuchtungskonzepte gewonnen hat.

www.afconsult.com


Fakten

Projekt: Zentrale der SEB Bank, www.sebgroup.com

Standort: Arenastaden, bei Stockholm, Schweden

Fertigstellung: 2018

Lichtdesign: ÅF Lighting, Fanny Englund

Anzahl der entstandenen Arbeitsplätze: 4 500

Fläche: 100 000 m2

Produkte/Hersteller (Auswahl): Vibia Leuchten, www.vibia.com

Fotos: Lasse Olsson, www.lasseolsson.com

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