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Interview mit Timo Flott über virtuelle Simulationen

Der Design Director der Ippolito Fleitz Group über die virtuelle Four Suite
Timo Flott

Die virtuelle Four Suite für ein Wohnbauprojekt in Frankfurt soll Kaufinteressenten eine Vorstellung der späteren Wohnung geben. In jedem Bereich werden Materialmuster und Produkte gezeigt. Das Konzept stammt von der Ippolito Fleitz Group.

Interview: Dorothee Rodet

Welches Konzept steckt hinter der Four Suite?

Timo Flott: Die Four Suite ist das wichtigste Marketinginstrument des Projektentwicklers Groß & Partner, um die Flächen des im Entstehen befindlichen Four-Quartiers zu verkaufen. Von der Four Suite blickt man direkt auf die Baustelle des Four – ein Bild, das momentan noch Baukräne und Betongrau dominieren. Die Suite entstand, um Kaufinteressenten eine möglichst plastische Idee ihres künftigen Wohntraums zu vermitteln. In den einzelnen Bereichen der Suite stellen wir unterschiedliche Wohnsituationen vor, ohne diese jedoch – wie in einer Musterwohnung – auszugestalten. Vielmehr findet man hier Raumzitate einer Küche oder eines Bads. In jedem Bereich werden Materialmuster und Produkte präsentiert, mit deren Hilfe die Interessenten ihre Oberflächen für die im Kaufpreis enthaltene Grundausstattung auswählen können.

Wie kam es zur Idee der virtuellen Simulation und wie haben Sie diese realisiert?

Timo Flott: Die Materialien beziehen sich im Wesentlichen auf Wand, Boden und Decke. Ein wirklicher Raumeindruck entsteht so noch nicht. Unser Kunde Groß & Partner hatte sich deshalb eine virtuelle Simulation der Wohnungen inklusive Blick nach draußen gewünscht, da der in dieser Lage ein Highlight und Verkaufsargument ist. Als sinnvolles Tool erschien eine zusätzliche 360°-Simulation. Die 3D-Modellierung und technische Umsetzung der VR-Visualisierung übernahm die Agentur Raumgleiter aus Zürich. Die Experten dort haben das dafür notwendige Know-how, sind aber keine Innenarchitekten. Deshalb entwickelten wir einen 100-seitigen Styleguide – mit einem detailliert beschriebenen Grundaufbau und drei vollständig ausgestalteten Wohnungen für jeweils unterschiedliche Zielgruppen. Für diese haben wir sämtliche Ausstattungsobjekte definiert. Damit wurden dann 45 Wohnungstypen vollständig durchmodelliert. Der Blick nach draußen wird für alle 242 Wohnungen realistisch simuliert.

Seit wann und wie setzen Sie digitale Visualisierungen ein?

Timo Flott: Vom klassischen Modellbau hat sich unser Büro bereits vor 15 Jahren verabschiedet und durch 3D-Visualisierung ersetzt. Wir kommen dabei ohne eine eigene Digitalabteilung aus, denn die Mitarbeiter in den Entwurfsabteilungen unserer drei Standorte haben alle hohe Qualifikationen im dreidimensionalen Modellieren. Die Highend-Renderings übernehmen unsere Fachleute, die meist nur eine klassische Ausbildung zum (Innen-)Architekten haben, sich aber oft schon während des Studiums für die dafür notwendige Software begeisterten. Für den echten Fotorealismus verwenden wir ‚3DSMax‘ und Plug-ins wie ‚VRay‘ oder das Rendering-Programm ‚Corona‘. In jüngster Zeit setzen wir auch ‚Enscape‘ ein.

Gegenüber der 3D-Visualisierung gibt es viele Vorurteile: Sie sei nicht direkt fühl- oder erlebbar. Was meinen Sie?

Timo Flott: Wir selbst haben keine Vorurteile und sind immer offen für Neues. Bei VR sind wir noch zurückhaltend. Außerdem kann die Simulatorkrankheit, ein Spezialfall der Bewegungskrankheit, die durch visuell dargebotenes Bildmaterial ausgelöst werden kann, den Spaß schnell verderben. Wir verwenden deshalb hauptsächlich statische Visualisierungen. Fotorealistische Bilder zeigen dem Kunden, wie sich ein Entwurf materialisieren kann. Die Sinne lassen sich aber nur mit realen Materialien ansprechen. Deshalb unterhalten wir ein eigenes Materiallabor mit mehreren Personen. Dort werden aufwendige Materialcollagen erstellt, die wir zur Bemusterung vor Ort präsentieren.

Zur Person
Timo Flott schloss sein Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule Kaiserslautern mit dem Master of Arts ab. Seit 2014 arbeitet er bei der Ippolito Fleitz Group, zunächst als Senior Innenarchitekt, seit 2019 als Design Director.

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