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Interview mit dem Geschäftsführer von Bulthaup

Marc O. Eckert

Bei Küchen geht es nicht ums Produkt, sondern um den Menschen. Marc O. Eckert bringt klare Vorstellungen und viel Leidenschaft ein in seine Arbeit mit einem kleinen Team. Externe Designer sind für ihn keine Option.

Autorin: Katharina Feuer

“Eine Küche ist eine Küche – die kann man nicht neu erfinden!” Marc O. Eckert, Geschäftsführer von Bulthaup, überrascht im Laufe des Gesprächs noch mit weiteren Aussagen. “Streng genommen sprechen wir nicht von einem Designprozeß, den wir bei Bulthaup vollziehen, sondern wir gehen der Frage nach, was der Mensch will und entwickeln daraus im soziokulturellen Kontext die Küche.”

Eckert fragt dabei lieber einmal mehr nach dem Warum. Warum wird die Küche im 21. Jahrhundert nur noch zu 40 Prozent zum Kochen genutzt und zu 60 Prozent zur Kommunikation am Küchentisch? Warum fallen Mauern und die Küche öffnet sich immer mehr zum Wohnbereich?

Als Quereinsteiger, der erst mit Ende 30 aktiv ins Unternehmen einstieg, konnte sich der Jurist eine hilfreiche Unbefangenheit bewahren und festgefahrene Denkmuster vermeiden. Er hörte anfänglich viel zu, um zu lernen. Dabei hilft ihm, dass er sich auch als Anwalt in unterschiedliche Sachverhalte schnell hatte eindenken müssen. Seine Ideen und Eindrücke fotografiert und sammelt Marc O. Eckert meist auf Reisen, analysiert und diskutiert sie dann mit seinem kleinen Team. Warum hatte der Raum diese Kraft? Warum habe ich mich wohlgefühlt? Wieder dieses Warum?

Mit dem Programm b+, das Bulthaup in der ehemaligen Kirche San Carpoforo anlässlich der diesjährigen Eurocucina in Mailand vorstellte, gibt man Antworten auf solche Fragen und unterstreicht das Statement: Der Mensch “kuratiert” den Raum. Es geht vordergründig nicht um die Küche, die natürlich weiterhin alle vier Funktionen – Feuer, Wasser, Zubereitung und Stauraum – gewährleistet, sondern um positive Emotionen. Einzelne, frei stehende ‘b+ Solitäre’ bilden die Plattform, die der Mensch mit seinen persönlichen Dingen bespielt. “Der Mensch vergisst schnell, was er gegessen hat, aber nicht, mit wem er gegessen hat!” begründet Eckert den Perspektivwechsel. Die Qualität der Materialien und in der Verarbeitung sind dabei bulthaup-typisch selbstverständlich.

Ein weiterer Anspruch Eckerts: “Wir machen nicht viel, aber dafür mit Tiefgang” und nennt als Beispiel die Farbauswahl. “Die ist begrenzt, aber dafür haben wir die richtigen Farben.” Bulthaups Seelenverwandte: skandinavisches Handwerk und japanische Ästhetik. Zeitlos. Da fühlt man sich zu Hause.

Klemens Grund


Marc O. Eckert

Marc O. Eckert studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und in den USA. Der Mittvierziger ist Enkel des Firmengründers Martin Bulthaup und seit Ende 2009 geschäftsführender Gesellschafter und alleinverantwortlicher CEO.


A visit to the studio of Marc O. Eckert

Question poser

Kitchens are not about products but about people. Marc O. Eckert contributes clear concepts and much passion to his work with a small team. For him, external designers are no option.

Author Katharina Feuer

“A kitchen is a kitchen – you cannot reinvent it!” In the course of our talk, bulthaup manager Marc O. Eckert surprises us with more statements of the same nature. “Strictly speaking we are not talking about a design process that is carried out in the bulthaup company. We try to answer the question of what people want and then develop the kitchen in its socio-cultural context.” In doing so, Eckert prefers to ask the question of “why” rather more than only once. Why are kitchens in the 21st century used only 40 % for cooking and 60 % for communication at the kitchen table? Why are walls abolished and kitchens increasingly opened toward the living area?

The lawyer, who only actively entered the company at the age of almost 40 as a career changer, was able to preserve a useful impartiality and avoid deadlocked thinking patterns. At the beginning he listened a lot in order to learn. It was helpful in this context that as a lawyer he had to quickly familiarize himself with different circumstances. Marc O. Eckert gathers his ideas and photographs his impressions mostly when travelling and will then discuss them with his small team. Why did the space have this force? Why did I feel well? Again the question of “why“.

With the ‘b+‘ range, presented by bulthaup in the former church of San Carpoforo at this year’s Eurocucina in Milan, answers to such questions are given and statements underlined. Man “curates“ the space. Superficially the kitchen is not what counts – it naturally still warrants all four functions of fire, water, preparation and storage -, but positive emotions. Individual free-standing ‘b+‘ singular units constitute the platform, and people stage their personal objects on it. Eckert explains this change in perspective: “People will quickly forget what they have eaten but not with whom they have eaten!“ The high material and processing quality is a matter of course – typically bulthaup. One further claim of Eckert‘s is: “We do not do much, but do what we do with profundity”, and he quotes the color selection as an example. “It is limited but enough because we have the right colors.“ Bulthaup’s soulmates are Scandinavian craftsmanship and Japanese aesthetics. Timeless. Makes you feel like being at home.

Marc O. Eckert studied law at Ludwig Maximilian University in Munich and in the USA. The grandson of company founder Martin Bulthaup is in his mid-forties and has been managing partner and solely responsible CEO since the end of 2009.

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