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Interview über Farbe im Retail

Helena Laursen

Die schwedische Innenarchitektin überlässt bei Montana nichts dem Zufall. Helena Laursen gibt den Besuchern der Showrooms des dänischen Unternehmens konkrete Anwendungsbeispiele an die Hand.

Interview: Katharina Feuer

Um das dänische Unternehmen Montana auch auf dem internationalen Markt bekannt zu machen, haben Sie 2018 kräftig in den Farbtopf gegriffen – mit Erfolg. Was war die Idee für 2019?

Der neue alte ‚Pantonova‘ – Lounger und Sofa – aus dem Jahr 1971 mit seiner Drahtkonstruktion aus Chrom war mir Inspiration. Darauf basiert die Gestaltung des kompletten Messestands auf dem Salone in Mailand.

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Neben dem modularen Regalsystemklassiker glänzten auf dem Salone 2019 die ‚Panton Wire‘-Regale sowie der Lounger ‚Pantonova‘.
Foto: Montana

Was inspiriert Sie noch?

Das können Farben aus der Natur sein wie der Himmel oder das Meer. Ich sehe vieles auf Reisen, das mir Impulse gibt. Meist habe ich eine bestimmte Idee im Kopf, die ich konsequent verfolge und durchdekliniere.

Sie entwerfen nicht nur Messestände, sondern auch Showrooms. Worauf muss man bei der Gestaltung in Hinblick auf die Digitalisierung und die zunehmende Konkurrenz aus dem Internet achten?

Das sehe ich nicht getrennt. Wir versuchen eine Sprache zu sprechen, egal auf welchem Kanal – Messestand, Showroom, Webseite, Katalog. Zusammen mit dem Marketing sind wir ein Team, das daran arbeitet.

Sind Shops bald überflüssig?

Nein. Ich denke, Menschen wollen das direkte Erlebnis des Produkts, trotz des Internets. Sie wollen es fühlen, probieren und anschauen können. Aber natürlich ist die Herausforderung für Läden groß. Es braucht ein Gesamtkonzept, wie man den potenziellen Kunden erreichen will.

Es gibt ja mittlerweile richtige Merchandising-Erlebniswelten …

Davon bin ich kein großer Fan. Das ist in meinen Augen zu viel des Guten. Natürlich muss man interessant bleiben, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Aber bei dieser Diskussion wird ein viel wichtigerer Punkt oft vergessen.

Der wäre?

Der Service!

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Satte Farben sind ein Klassiker bei Montana.
Foto: Montana

Sie sehen den Service als Schlüssel zu einem guten Einkaufserlebnis?

Ja, eine kompetente Beratung ist für mich ein sehr wichtiger Grund, wieder in einen Laden zu gehen oder eben nicht. Aber um ehrlich zu sein, ich bin privat kein Shopping-Experte. Ich habe gar keine Zeit, um einzukaufen.

Wie lösen Sie dieses Dilemma?

Oft sehe ich etwas im Vorbeigehen, beispielsweise am Flughafen. Ich kann die Qualität, Farben, Schnitte einschätzen und das Produkt anfassen. Abends im Internet bestelle ich dann.

Die Kombination aus stationärem Handel und dem Internet als Verkaufsplattform müssten Unternehmen also als Einheit sehen?

Ich denke schon. So agiert auch Montana. Das modulare Regalsystem wurde 1982 vom Gründer Peter J. Lassen entworfen und ist bereits ein Klassiker. Es bietet mit 42 Farben, 36 Grundmodulen und vier Tiefen vielseitige Anwendungsmöglichkeiten.

Meine Aufgabe ist es, dem Kunden im Showroom zu zeigen, was er alles damit machen kann – der Kauf funktioniert auch online. Meine Erfahrung ist: Je konkreter und detaillierter diese Inszenierungen sind, desto besser funktionieren sie.

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Helena Laursen ließ sich bei der Standgestaltung für den Salone vom Panton Wire Regal sowie dem ‚Pantonova‘ inspirieren.
Foto: Montana

Wie darf man sich das vorstellen?

Mein Anspruch ist es, dass egal, an welchem Punkt man im Showroom steht, die Inszenierung immer ansprechend und durchdacht aussehen muss. Ich bin ziemlich pingelig und überlasse kein Detail dem Zufall.

Arbeiten Sie an Produkten mit?

Nein. Ich habe jahrelang für ein anderes Unternehmen Produkte entwickelt. Das wurde mir zu langweilig. Ich liebe die Abwechslung.

Aber natürlich erfinde ich nicht jeden Tag das Rad neu. Manchmal ist es sehr befriedigend, am Schreibtisch zu sitzen und eine technische Zeichnung zu erstellen.


Die Schwedin Helena Laursen wurde 1973 in Seoul geboren. Nach dem Studium des Industriedesigns und der Innenarchitektur an der Universität
Lund war Laursen unter anderem als Designerin für Pelikan Design, Ikea, Mats Theselius und als Interiordesignerin für Ocean Architects tätig. Seit 2013 arbeitet sie für das dänische Unternehmen Montana.

www.montanafurniture.com


Interior Designer Chat

Helena Laursen

Swedish interior designer Helena Laursen leaves nothing to chance when designing products for Montana. In the showrooms of the Danish company, she provides visitors with specific application examples.

Interview: Katharina Feuer

In 2018, you vigorously dipped into the paint pot to make Danish company Montana known on the international marketplace. Successfully so. What was the idea for 2019?

I was inspired by the new old ‘Pantonova’ lounger and sofa, dating back to 1971, with its wire-mesh structure of chrome. The design of the whole fair stall at Salone del Mobile in Milan is based on this product.

What are your other sources of inspiration?

Colors from nature like the sky or the sea. When travelling I see a lot of things that give me impulses. In most cases
I have a definite idea in mind that
I follow up on and consider from
every aspect.

Apart from fair stalls, you also design showrooms. What deserves special attention with regard to digitalization and the increasing competition posed by the Internet?

I don’t see these as separate issues.
We try to speak one language, no matter on which channel – fair stall, showroom, website, catalog. Together with the marketing department we are one team working on this subject.

Will shops soon be superfluous?

No. I think people want the direct encounter with the product, despite the Internet. They want to touch it, test it, look at it. However, the challenge for the shops is a big one. A basic concept is needed of how you want to reach your potential customers.

Today there are downright merchandising worlds of experience…

I am not really a big fan of those. In my view they are too much of a good thing. You must, of course, remain interesting to get attention. But when discussing this question a much more important factor is often forgotten.

Which one?

The service!

Do your regard service as the key to a good shopping experience?

Yes. To me competent advice is a very important reason to revisit a shop. But, to be honest, privately I am not a shopping expert. I don’t have enough time to go shopping.

How do you solve this dilemma?

I often see something in passing, at the airport, for instance. I can assess the quality, the colors, and the cut, and I can touch the product. Then, in the evening, I order it on the Internet.

Which means that companies should regard the combination of stationary trade and the Internet as a sales platform on a whole?

Yes, I think so. And this is how Monata tackles the problem. The modular shelf system was designed by company founder Peter J. Lassen in 1982. Today it is a classic, and it offers versatile applications thanks to 42 colors,
36 basic modules and four depths.

It is my task to demonstrate to clients in the showroom the wide range of options this opens up. After that they can also shop online. My experience shows that the more concrete and detailed these enactments are, the better they will work.

How should we imagine such an enactment?

It is my claim that enactments must always look attractive and logical, no matter from which point in the showroom you look at them. I am rather finicky and leave no detail to chance.

Do you collaborate on the products?

No. I had been developing products for different companies for many years. One day this began to be boring. I love diversity. But I don’t reinvent the wheel every day. Sometimes I find it quite satisfying to sit at my desk and create a technical drawing.

Helena Laursen

Swedish designer Helena Laursen was born in Seoul in 1973. After having studied industrial design and interior design at Lund University, she worked as a designer for Pelikan Design, Ikea, and Mats Theselius, and as an interior designer for Ocean Architects. Since 2013, she has been working for the Danish Montana company.

www.montanafurniture.com

Blocher Partners prägt das Retaildesign; mit uns sprach Jutta Blocher über ihre Arbeit und Trends.

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