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Reuter Schoger baut Seminarräume des Hotels Almodóvar zu Zimmern um

Reuter Schoger bauen Seminarräume zu Hotelzimmern um
Auf der Treppe wohnen und schlafen

Breite öffentliche Treppen sind beliebte Aufenthaltsorte. Warum nicht im Hotelzimmer auf einer Treppe wohnen und übernachten? Das geht im Berliner Almodóvar Hotel, seit Wencke Katharina Schoger vom Büro Reuter Schoger Architektur Innenarchitektur frühere Seminarräume zu Zimmern umgebaut hat.

Autorin: Gabriele Benitz

Für die Umwandlungsmaßnahmen hatte der Bauherr,  die Almodóvar GmbH, das  Architektur- und Innenarchitekturbüro Reuter Schoger Part mbB, das bereits das ursprüngliche Gebäude geplant hatte, erneut beauftragt. Diesmal, weil der Seminarbetrieb in der früheren Ausprägung nicht mehr funktionierte, stattdessen der Bedarf an weiteren Übernachtungsmöglichkeiten gestiegen war.

Die Berliner Architekten und Innenarchitekten unter Federführung von Wencke Katharina Schoger unterteilten die vormalige, größere Seminarfläche durch Trennwände. Die so entstandenen zehn zusätzlichen Zimmer sind 21 bis 42 m² groß. 

Hotelzimmer als Treppe

„Mit 4,13 m Höhe boten die Seminarräume die seltene Voraussetzung, die Hotelzimmer als Treppen zu konzipieren“, sagt Schoger, und führt aus: „Die Treppe ist eine einfache, vertraute Struktur, ebenso geformt wie offen und hier in raumfüllender Dimension verblüffend.“ Sie dient in den Zimmern als Wohnlandschaft, Stuhl, Sofa, Bett, Nachttisch, Tisch und Zustellbett.

Auf der Treppenunterseite sind Kofferablage, Ankleide und Bad untergebracht. Ein zusätzlicher Tisch  auf einer Treppenseite ermöglicht einen größeren Arbeitsplatz. In manchen  Zimmervarianten befinden sich die Waschbecken unter der Treppe. Mit dem Bestandsboden aus dunklem Industrieparkett bildet die Treppe aus pigmentiertem Multiplex eine farbliche Einheit. Der umgebende Raum bleibt weiß.

Das obere Treppenpodest ist als Bett ausgeführt. Die Lümmelflächen auf den beiden darunter liegenden Ebenen funktionieren ebenfalls als Schlafstätten. Aber nicht nur: „Für den Filmabend wird die Treppe zur Tribüne. Die Gäste nutzen Kissen und Polster auf den verschiedenen Ebenen“, berichtet die Innenarchitektin.

Schogers Inspirationsquellen

Keine Frage, die raumfüllenden Treppen dominieren die Zimmer. „Wir verstehen sie als Symbol für das Leben im öffentlichen Raum im quirligen Berlin-Friedrichshain. Vor allem junge Menschen bevölkerten vor der Pandemie Plätze und Treppen unter freiem Himmel“, verweist Schoger auf ihre Inspirationsquellen.

Die Planer von Reuter Schoger hatten bewusst eine einfache Bauweise gewählt. „Wir orientierten uns an Filmkulissen, was sich ja angesichts des Hotelnamens nach dem spanischen Regisseur Pedro Almodóvar anbot“, blickt Wencke Katharina Schoger zurück.

Treppenzimmer wird zum Lieblingsort

Die Konstruktion wäre leicht zu demontieren. Daran denkt der Auftraggeber aber nicht. Denn die Treppenzimmer avancierten bei den Gästen – zumindest in Vor-Corona-Zeiten – zu Lieblingsorten. Damit tragen die Schlafstätten zur Identität des Hotels bei. Einen gesamten Übernachtungsbetrieb würde die Innenarchitektin mit solchen außergewöhnlichen Räumlichkeiten aber nicht planen. Vielmehr betont sie: „Ich würde ein Haus für alle bauen, auch für Menschen mit Handicaps.“

Fakten

Projekt: Loftzimmer im Almodóvar Hotel
Standort: Boxhagener Straße 83, 10245 Berlin
Bauherr: Almodóvar GmbH
Bauaufgabe: Umbau von Seminarräumen in Hotelzimmer
Fertigstellung: August 2019

Homepage des Büros

Zum Landschaftshotel 48° Nord von Reiulf Ramstad Arkitekter


Die Innenarchitektin Wencke Katharina Schoger gründete im Jahr 2005 mit Johannes Reuter das Büro Reuter Schoger Architektur Innenarchitektur Part mbB in Berlin. Sie arbeitet holistisch und interdisziplinär an einem breiten Projektspektrum mit Fokus auf den Umbau von Bestandsgebäuden. Porträt: Alma Katharina Reuter
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