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Interview über unterschiedliche Bedürfnisse der Zielgruppe

C.F. Møller Architects

Das Gemeindezentrum ‚The Heart‘ im dänischen Ikast, ist ein Gebäude, das wie eine Kleinstadt konzipiert ist. C.F. Møller Architects haben einen großen zentralen Innenraum kreiert, um so einen „städtischen Platz“ mit einer Bühne für Veranstaltungen zu schaffen.

Interview Rolf Mauer

Büro: C.F. Møller Architects

www.cfmoller.com

Inhaber Klavs Hyttel, Mads Mandrup Hansen, Klaus Toustrup, Julian Weyer, Lone Wiggers, Michael Kruse, Christian Dahle und Mårten Leringe

Gründungsjahr: 1924

Mitarbeiter: ca. 330

Arbeitsgebiete: Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, Innenarchitektur, Industriedesign, Bauten für die Gesundheit, Bauherrenberatung

Beschreiben Sie Ihre Design-Philosophie?

C.F. Møller Architects: Unsere Design- und Architekturentwürfe werden methodisch und ganzheitlich erstellt, nachdem der lokale Kontext genau analysiert wird. Wir möchten neue globale Standards setzen, indem wir einen Gestaltungsansatz fördern, der auf einzigartige Weise Stadtplanung, Landschaft, Architektur und das Design spezifischer Gebäudekomponenten integriert.

 Wir betrachten Umweltbelange, Ressourcenbewusstsein, gesunde Projektfinanzen, soziale Verantwortung und gute Handwerkskunst als wesentliche Elemente unserer Arbeit. Dieses Ethos ist für alle unsere Projekte von grundlegender Bedeutung, eine Aufgabe, der von der Masterplanung bis zum Detaildesign reicht.

Seit unserer Gründung in Dänemark im Jahr 1924 haben wir maßgeblich zur Entwicklung der Wohlfahrtsgesellschaften in Skandinavien und der übrigen Welt beigetragen. Aufgrund unserer starken Konzentration auf den funktionalen, künstlerischen und sozialen Wert von Architektur werden wir kontinuierlich für die Festlegung neuer architektonischer Standards international ausgezeichnet.

Wie finden Sie Inspiration?

C.F. Møller Architects: Auf verschiedenen Wegen, wir sind in unserem Ansatz sehr undogmatisch.

Welches Projekt war das wichtigste für die Entwicklung des Büros – und warum?

C.F. Møller Architects: Es ist immer schwierig, ein einzelnes Projekt hervorzubringen, aber ein gutes Beispiel wäre der einzigartige Universitätscampus in Aarhus – ein Projekt, mit dem unser Büro seit 1933 ununterbrochen gearbeitet hat und bis heute arbeitet. Dieses Design (das häufig als eine der schönsten Universitäten der Welt hervorgehoben wurde) hat den Grundstein für unsere heutige Arbeitsweise gelegt, wobei Urbanismus, Landschaft und Architektur nahtlos in ein besseres Gut integriert wurden.

Ein Statement zum Projekt ‚The Heart‘:

C.F. Møller Architects: In erster Linie müssen die Bedürfnisse und Ziele einer großen und sehr unterschiedlichen Gruppe von Benutzern zusammengebracht werden. Dabei fanden viele Konsultationen und Gespräche statt, es wurden aber auch Ideen in Frage hinterfragt, wie eine „Sharing-Community“ funktionieren kann. Zweitens, suchen wir nach Lösungen um diesen Ambitionen eine einladende und wohnliche architektonische Form zu geben – und eine gleichwertige Berücksichtigung und Positionierung für jede Benutzergruppe zu gewährleisten.

Das hat zu der äußeren Erscheinung geführt, einem Durcheinander von kleinen „Häusern“, die aufeinander gestapelt wurden, um das Konzept eines „Room for Everyone“ buchstäblich auszudrücken. So fanden wir zu diesem Entwurf; alles ist zentriert um ein Forum und eine Bühne. Von hier werden alle Funktionen erreicht. Uns lag nicht zuletzt an den vielen kleineren Nischen und Verstecken, in denen auch zurück haltende Benutzer mitmachen und Teil des größeren Ziels werden können: Eine Gemeinschaft in all ihrem Reichtum zu manifestieren.

Gab es positive oder negative Überraschungen bei der Umsetzung des Designs?

C.F. Møller Architects: Das Gebäude wurde mit einem bescheidenen Budget realisiert, so dass hinsichtlich technischer und materieller Optimierungen zahlreiche Überlegungen und Entscheidungen getroffen werden mussten. Wir konnten diese aber auch positiv nutzen, wie zum Beispiel das sehr feuchte Gelände, das zu einer umfassenden Landschaftsgestaltung führte, in der der Umgang mit Regen- und Grundwasser Teil des Erlebnisparks des Freizeitparks wird.

Wunsch / Ziel des Bauherrn: Was soll das Projekt leisten können?

C.F. Møller Architects: Die treibende Kraft hinter dem Projekt: Es sich aus einem ursprünglichen Programm zur Erweiterung der angrenzenden International School um Einrichtungen zu einem echten gemeindeorientierten Mehrzweck-Treffpunkt entwickeln. Als die Schule, die Gemeinde und die Sponsoren des Projekts, wie die Realdania-Stiftung und die dänische Stiftung für Kultur- und Sporteinrichtungen zusammen trafen, stieg der Ehrgeiz der Beteiligen und die Unterstützung des Projekts. Das revolutionäre Konzept wurde zu einer prototypischen Nutzung von Schulgebäuden als Gemeinschaftsräume.

Hier ist das gesamte Gebäude als Gemeindezentrum angelegt, dessen Räume und Inhalte darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse der multiethnischen lokalen Bevölkerung zu befriedigen (insbesondere im Hinblick auf Aktivitäten, die anderswo in Ikast nicht vorgesehen sind), während ein kleiner Teil für den Schulbetrieb von Ikast reserviert ist. Die Idee ist, dass die Schule alle Gemeinschaftsräume für Unterricht, gesellschaftliche Veranstaltungen, Sport, Kultur und Freizeit frei und flexibel nutzen kann, jedoch nur einen kleinen Teil der Fläche dauerhaft besetzt. Auf diese Weise wird Zeit und nicht Raum zugewiesen und der Komplex kann zu einer Ressource und einem Treffpunkt für die gesamte Gemeinschaft werden.

Projekt: ‚The Heart‘

Standort: Ikast, Dänmark

Bauherr: Ejendomsselskabet ISIB A/S (by Bestseller HEARTLAND und Ikast-Brande Municipality), Realdania und das Danish Foundation for Culture and Sports Facilities

Bauaufgabe: Schule

Baubeginn: Februar 2017

Fertigstellung: August 2018

Grundstück: ca. 36000 m²

Geschosse: 2

Nutzfläche: 3800 m2

Materialien (Decke, Wand, Boden):

Hørning Floors (Holzböden), Tarkett (Sportboden), Naturstensgruppen (Schieferböden), Troldtekt (Akustik- und Lüftungsdecken), Ecophon (Akustikfliesen + Absorptionsmittel), In-Sign (Interieur-Birkenholzlatten), Thermoarena (thermisch modifizierte Fassade), Petersen Tegl (Ziegel), IBF (Beton-Außenpflaster), ØSB (Fertigteilbeton), Give Stålspær (Stahlfertigteile)

Weitere Architektenportraits finden Sie hier

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