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Allmann Wappner

Interview über Räume mit industriellem Charme
Allmann Wappner

John´s Penthouse“ ist eine Wohnung im Münchner Werkviertel, entworfen und geplant von den Münchner Platzhirschen Allmann Wappner, die sich dafür einer Kubatur der Kollegen von MVRDV und N-V-O Nuyken von Oefele Architekten bedienten.

In einem Haus, das laut „AAHHH“ schreit, wurde eine nach allen Seiten transparente Wohnung eingebaut, die mehr wie eine Werkstatt wirkt, als wie ein nobles Appartement. Diese Räumlichkeiten mit ihrem ausgereiften industriellen Charme zu bewohnen ist eine Kulturleistung.

Beschreiben Sie Ihre Entwurfsphilosophie:

Allmann Wappner: Ausgangspunkt für unsere konzeptionelle und umsetzungsorientierte Gestaltungsabsichten, waren das inspirierende Gebäude des Werk 12 der wertgeschätzten niederländischen Kollegen von MVRDV und Nuyken, von Oefele aus München. Deren signifikantes Konzept eines gestapelt skulpturalen und loftartigen Rohbaus, haben wir auf Basis der experimentellen Nutzungsüberlegungen unserer Auftraggeber, mit einem flexibel bespielbaren Penthaus für wechselnde Events und Aktivitäten, weitergedacht, um im Ergebnis mit einer eigenen Interpretation sowohl dem außergewöhnlichen Gebäude als auch den Intentionen der wagemutigen Betreiber bestmöglich gerecht zu werden.

Der veredelte Rohbau wurde konsequent weitergedacht, veredelte Halbzeuge und Materialien geschickt mit den nach wie vor sichtbaren strukturellen Komponenten des Rohbaus kombiniert und final mit wertigen und formschönen Möbeln und weiteren raumbildenden Accessoires angereichert.

Die Qualitäten der besonderen Raumsequenzen mit einer allseitig großartigen Aussicht über die Stadt München und einer wunderbar nutzbaren und weitläufigen Dachterrasse boten in beiden Ebenen perfekt nutzbare Raumeinheiten, die in einer Abschichtung von öffentlich zu privat für die gewünschten Funktionsbereiche bestens geeignet waren.

Räumliche Schwerpunkte auf Ebene 0 um ein zur Stadt hin offenes Atrium bilden zum einen eine Gourmet- und Thekeninsel im Zugangsbereich, eine kontemplative Raumsequenz für Gespräche und Tanz gegenüber,

Eine Bibliothek als verbindendes Element und ein gefasster Raum für sportive Betätigungen. Dazu gehören noch die notwendigen sanitären Räume unter der Galerie, die konsequent der Raumphilosophie folgend inspirierend einfach ausgebildet wurden. Auf der Galerieebene 1 bieten sich zum offenen Bereich der Raumeinheit hin mehrere Nischenräume an, die unterschiedlichst genutzt werden können. Ein „privater Rückzugsbereich zum temporären Wohnen“, verbunden mit einem kleinen Kinoraum und zum Fitnessraum hin, bietet dem jeweiligen „Gastgeber des Penthauses“ eine adäquate Räumlichkeit während der Nutzung.

In Kombination dieser veredelten Ausbauphilosophie mit einer in allen Räumen sichtbaren und offen geführten Installationstechnik, entstand eine identitätstiftende und ganz eigene Raumkategorie, die sich in Ihrer rauen Schönheit nach ersten Wochen der intensiven Nutzungen als absolut robust und nutzungsflexibel gezeigt hat, ganz im Sinne der prototypisch gedachten Ausgangsüberlegungen.

Ein Statement zum Projekt:

Allmann Wappner: Ein derzeit absoluter Hotspot für unterschiedlichste Events der aufgrund seiner Integration in ein besonderes Haus an einem außergewöhnlichen Ort in der Stadt und zusammen mit seinen räumlichen und bauplastischen Qualitäten, sicherlich länger eine besondere Location bleiben wird. Anpassungen und Veränderungen lässt unsere Konzeption jederzeit zu, ohne dass die Ausgangskonzeption verloren geht.

Von den ersten nutzungsspezifischen Ideen und Gedanken der Auftraggeber über spannende und inspirierende Diskussionen in der gemeinsamen Konzeptfindung bis hin zu einer außergewöhnlich zielorientierten Umsetzung mit Nutzer, Vermieter, Fachkollegen und engagierten Handwerkern, war es schon eine „besondere Projektreise“, die sich seit der Eröffnung nun tagtäglich als einzigartig und höchst wandelbar erweist.

Worin bestand die Herausforderung?

Allmann Wappner: Die Herausforderung bestand darin, ein fast fertiges Penthouse in einem architektonisch ohnehin herausragenden und einzigartigen Gebäude, angemessen weiter zu gestalten. Das führte dann zu dem Ansatz, den Rohbau mit ehrlichen und zum industriellen Charakter des Werksviertels passenden Materialien zu veredeln. Die Möbel und Objekte für das Penthouse wurden dann einerseits darauf abgestimmt, aber auch der eine oder andere Kontrast gesucht.

Gab es bei der Realisierung des Entwurfs positive bzw. negative „Überraschungen“?

Allmann Wappner: Die Dynamik und Bereitschaft aller Beteiligten, die an der Realisierung des Werk 12 und des Penthouses beteiligt waren, empfanden wir als überaus positive Überraschung. Man merkt, dass im Werksviertel ein ganz besonderer Geist vorherrscht und sich dort Menschen sammeln, die große Lust darauf haben besondere Orte und außergewöhnliche Konzepte zu schaffen. Nur so war es beispielsweise möglich, im Sportstudio des Penthouses einen gut bespielbaren Basketballkorb in Originalhöhe anbringen zu können, der nun über den Dächern von München vielen Besuchern Freude bereitet.

Was sollte das Projekt können?

Allmann Wappner: Die Bauherrschaft hat sich ein multifunktionales Penthouse mitten in München gewünscht und wurde bereits vor vielen Jahren im Werksviertel München fündig. Damals war das gesamte Quartier erst eine grobe Vision in den Köpfen einiger weniger Menschen. Jetzt, nachdem das Gebäude nach einigen Jahren Entwurfs-, Planungs- und Bauphase fertiggestellt werden konnte und das Werksviertel mehr und mehr an Gestalt annimmt, war es eine Freude, die Bauherren bei der Realisierung Ihrer Idee für das Penthouse auf den letzten Metern zu begleiten und zu unterstützen.

Das Penthouse sollte ein Ort sein, an dem Menschen gerne zusammenkommen und eine gute Zeit miteinander verbringen können – sei das bei Tag oder bei Nacht, im Sommer oder im Winter, auf der Terrasse oder auf der Couch. Es sollten angenehme Orte zum Zusammenkommen, Diskutieren und Arbeiten aber auch zum Lachen und Erholen geschaffen werden.

Es sollte Raum für Spektakel und kulturelle Außergewöhnlichkeiten wie Kunstausstellungen, kulinarische Events oder Präsentationen entstehen – und gleichzeitig sollte man im Penthouse auch wohnen und leben können. All diese Wünsche und Ziele erfüllt zu bekommen war herausfordernd aber ist – aus unserer Sicht – in Zusammenarbeit mit den Bauherrn ziemlich gut gelungen.

Wie finden Sie Inspiration?

Allmann Wappner: Jedes unserer Projekte geht einen kontextbezogenen Dialog mit seinen räumlichen Gegebenheiten ein. In der Entstehung suchen wir Positionen, die sowohl auf ästhetischem Empfinden als auch auf rationalen, präzisen Strukturen gründen und gestalterische Konventionen überprüfen.

Mit Spezialisten aus allen relevanten Fachdisziplinen sorgen wir für das Gelingen ausgezeichneter Architektur in jedem Entstehungsschritt, um im vereinbarten Projektrahmen mit der besten aller guten Möglichkeiten eine unverwechselbare Lösung zu entwickeln. An ihrer Genese sind viele mehr beteiligt: Planungspartner, Bauherren, Institutionen und Nutzer.

Offenheit und gegenseitige Wertschätzung prägen unsere Zusammenarbeit. Wir gewinnen und entwickeln unsere Projekte über Wettbewerbe, Machbarkeitsstudien, Masterplanungen und Direktaufträge.

Charakteristisch für den Entwurfsprozess der Projekte sind das kontextuelle Entwerfen und die dialektische Methode: Unter Benutzung unterschiedlicher digitaler und analoger Medien und Werkzeuge untersuchen wir im Zwei- und Dreidimensionalen mögliche Konzepte und Lösungsansätze.

Wir verstehen vernetztes und aufgabenspezifisches Zusammenwirken der jeweiligen Experten als wesentliche Voraussetzung für den Projekterfolg.

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