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Boano Prišmontas entwerfen Modul-System für den kleinen Raum

Modul-System von Boano Prišmontas
Auf kleinem Raum

Zwei Kreative, die gerne basteln, spielen und entwerfen – so beschreiben sich Tomaso Boano und Jonas Prišmontas oft selbst. Während der Pandemie haben sie genau das getan und heraus kam ein Modul-System, das in jeden Londoner Garten passt und als zusätzlicher (Arbeits-)Raum dienen kann.

Die Ausganslage zu den beiden Entwürfen „My Room in the Garden“ und dem „Dot House“ ist ein klassisches Londoner Haus. Im Inneren auf ein Minimum reduziert, hielten es Tomaso und Jonas für unfair, dauerhaft auf Privatraum zu verzichten. Hingegen eignen sich die Vorgärten und Hinterhöfe in Zeiten des Home-Office ganz hervorragend für eine einfach Anbau-Möglichkeit.

Das von Boano Prišmontas entwickelte Modul-System beschreibt eine vormontierte und kostengünstige Möglichkeit, wie sich mit wenig Aufwand ein eigenes Büro oder ein gemütlicher Rückzugsraum im Garten montieren lässt. Die Module lassen sich dabei je nach dem vorhandenen Platz erweitern. Als Basis dienen Sperrholzplatten und bei einer Raumhöhe von 2,50 Meter ist noch nicht einmal eine Baugenehmigung erforderlich. Auch ein Waschbereich kann integriert werden.

Material und Technik

„Wir betreiben im Rahmen unseres Architekturbüros eine CNC-Werkstatt, deshalb wollten wir ein System konstruieren, das digital aus Sperrholzplatten hergestellt werden kann. Für das „Gartenzimmer“ haben wir uns aus ästhetischen Gründen und wegen seiner strukturellen Eigenschaften für 18 mm dickes Birkenholz entschieden“, erzählen Tomaso Boano und Jonas Prišmontas. Die Verkleidung besteht aus gewelltem Polycarbonat und die maßgefertigten Metallarbeiten sind aus Aluminium und verzinktem Stahl gefertigt.

Anpassungsfähiges und effizientes System

Für das „Dot House“ besteht die Struktur aus Sperrholz und OSB. Das HPL-laminierte Sperrholz von Abet Laminati bestimmt den Charakter der Innenräume, ebenso wie die Terrazzo-Fliesen von Diespeker an den Wänden und die grauen Betonfliesen für die Böden. Für die Außenfassade wurden schwarze Wellplatten aus Faserzement verbaut, beständig und vor allem auch wartungsfrei.

Beide Module schaffen ein flexibles, anpassungsfähiges und effizientes System, das sich als sehr vielseitig erwiesen hat. Dabei besteht die Kernidee daraus, Design, Effizienz, Fertigung und Konstruktion zu einem skalierbaren und sinnigen Produkt zusammenzuführen.

Made in Britain

Digitale Fertigungstechniken ermöglichen es, die Sperrholzstücke auf den Millimeter zuzuschneiden und somit können die Verbindungen als quadratische Elemente produziert werden. Die Technik ist einfach und replizierbar. Entworfen, hergestellt und vormontiert werden die Module in Großbritannien. Dank der Standardabmessungen und die geometrischen Formen reduziert sich der Materialausschuss bei der Produktion dabei auf ein Minimum.

„Wir verstehen Design als integralen Ausdruck von Ästhetik, Struktur, Fertigung und Nachhaltigkeit“, sagen die beiden Tüftler. Die gewählten Materialien sind deshalb als Statement zu verstehen und gehören zum Konzept. Würde man sie austauschen oder verändern, würden die Räume zwar funktionieren, wären aber ein komplett anderes Projekt als von den beiden vorgesehen.

Meilenstein

„Es war ein großartiges Gefühl, als bei der Konstruktion zum ersten Mal alles funktionierte. Bauen vor Ort ist immer wie auf einer Bühne zu stehen. Zu erkennen, dass alles nach Plan gelaufen ist, ist wahrscheinlich einer der besten Momente eines jeden Bauprozesses“, schwärmen die Beiden.

„Jedes Projekt hat seine eigene Geschichte. Wir haben beide nicht gerne in großen Architekturbüros gearbeitet, weil uns die Entscheidungsfreiheit und die Aufregung der Designherausforderungen fehlten. Deshalb sind wir froh und dankbar mit Boano Prišmontas diese Freiheit und Verantwortung zu haben. Dadurch verspüren wir einen ständigen Sinn und Zweck, einfach weil es persönlich ist.“

Prototyp des Modul-Systems

Der in der Pandemie-Zeit entstandene Prototyp hat sich inzwischen stark weiterentwickelt. Gemeinsam mit einem Team an Fachleuten wie Bauunternehmer, Zimmerleute, Ingenieure, Materialforscher und Nachhaltigkeitsberater haben sie das Modul-System auf ein gutes Niveau gebracht, dass momentan hauptsächlich bei Privatpersonen großen Anklang findet.

Ab einer Mindestgröße von vier Quadratmetern lässt sich das „Zusatzzimmer“ auf die eigenen Bedürfnisse konfigurieren. Eine Standardausführung umfasst eine durchsichtige, gewellte Verkleidung aus Polycarbonat, die genügend natürliches Licht in den Innenraum durchlässt. Bei den Wandmodulen hat man die Wahl zwischen verschiedenen Oberflächen und Einbauten, wie etwa eine Stiftewand oder ein Spiegel. Die höherwertigen Ausführungen verfügen über isolierte Wände und Dächer. Auch bei den Bodenpaneelen, den Türen und Fenster kann so ein edleres und robusteres Material gewählt werden. Eben wie es für die eigenen Anforderungen sinnvoll ist.


Boano Prišmontas

Hinter dem Londoner Architektur- und Kreativbüro Boano Prišmontas verbergen sich die beiden Gründer Tomaso Boano und Jonas Prišmontas. In ihren Projekten vereinbaren sie die Disziplinen Kunst, Architektur und Technik und entwickeln dabei praktische und zeitgenössische Designlösungen.

Webseite des Büros


Fakten

Projekt: Dot House

Standort: London, UK

Fertigstellung: 2021

Bauherr: My Room in the Garden

Architektur/Innenarchitektur und Regalsystem: Boano Prišmontas, Webseite des Büros

Fotos: Boano Prišmontas

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