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Euphoria Retreat Spa von DECA Architecture

Euphoria Retreat Spa von DECA Architecture in Mystras/Griechenland
Ikonische Atmosphären

Im Euphoria Retreat Spa verdichten sich Textur, Farbe und Form mit Temperaturen und Gerüchen zu einer einzigartigen sensorischen Erfahrung. Entworfen vom Athener Architekturbüro DECA Architecture in Kooperation mit Natalia Efraimoglou & Partners.

Autorin Christiane Sauer

Im Süden der griechischen Halbinsel Peloponnes, unweit von Sparta, liegt der Ort Mystras. Er ist bekannt für seine Ruinenbauwerke aus byzantinischer Zeit, die zum Weltkulturerbe zählen. Unweit dieser historischen Stätten wurde nun eine weitere Attraktion angesiedelt: das Euphoria Retreat.

Euphoria Retreat Spa, Pool, Farbe, Kuppelgewölbe
Geometrisch perfekt und von eindrücklicher Materialität: Der Pool spielt mit dem Kosmos der byzantinischen Kuppelgewölbe und deren Farbgebung. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Entworfen und umgesetzt vom Athener Architekturbüro DECA Architecture in Zusammenarbeit mit Natalia Efraimoglou & Partners knüpft es mit seiner minimalistischen Formensprache an byzantinische Motive an.

Für das Erholungsareal wurde ein Hügel am Rande eines Zypressenwalds ausgebaut. Er wies bereits bestehende Bauten auf, die erfolgreich in das neue Konzept eingebunden werden konnten: eine denkmalgeschützte Villa von 1830 sowie nicht fertig gestellte Bauten aus den 1990er-Jahren.

Euphoria Retreat Spa, Katakomben
Die katakombenartig in die Erde gegrabenen Räume der Eingangsebene geben dem Besucher des Spas einen ersten Eindruck von der mit byzantinischen Vorbildern spielenden atmosphärischen Choreografie von Texturen, Temperaturen und Gerüchen. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Lichthof: Inszenierung von Licht

Entlang von sieben Stützmauern schmiegen sich nun die neuen und die umgenutzten Baukörper in die Landschaft. Am Fuß des Areals liegt der Eingang mit Rezeption. Darüber befinden sich Restaurant und Gastzimmer und im obersten Abschnitt als zentrales Element der Anlage: das Spa.

Die Badanlage ist zum Großteil ins Erdreich eingegraben und ragt vier Geschosse tief in den Berg. Wichtiges Gestaltungselement hierbei ist die Inszenierung von Licht. Es fällt von oben durch eine runde Verglasung über zwanzig Meter tief hinab in die Geschosse.

Euphoria Retreat Spa
Darstellung des zentralen Aufgangs, der aus drei konzentrischen Zylindern besteht. Grafik: DECA Architecture

Um den Lichthof, an dessen Grund sich ein Wasserbecken befindet, windet sich der Treppenaufgang. Der Besucher betritt das Spa von unten, wo in katakombenähnlichen, elliptischen Räumen der Empfang, die Umkleiden und andere Serviceräume liegen. Das von oben einfallende Licht markiert den Aufgang in die vier Geschosse mit ihren unterschiedlichen Erlebniswelten.

Minimalistische Sprache

Den Kern des Spas bilden drei konzentrische Betonzylinder. In deren Zwischenräumen befinden sich die Erschließungswege. Diese kreieren über ihre Materialität jeweils spezifische Stimmungen.

Euphoria Retreat Spa
Himmelwärts und um den 20 m hohen Lichthof führt der zentrale Treppenaufgang mit seinen schlichten Fensterbögen. Blick vom Poolgrund auf das Skylight als Deckenabschluss. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Die hellste Oberfläche befindet sich im Kern des inneren Zylinders und reflektiert das einfallende Tageslicht. Die zweite Schicht mit dem Treppenaufgang ist in grauem Sichtbeton gehalten.

Die Treppe beginnt flach mit zahlreichen Podesten, die jeweils eine Öffnung zur zentralen Kuppel aufweisen. Je höher man steigt, desto weniger Podeste gibt es und desto steiler wird der Anstieg. Der äußere Zwischenraum – er führt zu den Behandlungsräumen – besitzt Oberflächen aus schwarzem, geschliffenem und gewachstem Beton.

Euphoria Retreat Spa, Lichthof
Ihren Höhepunkt findet die minimalistische Formensprache in einem geometrisch perfekten, kugelförmigen Raum: dem Pool, der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Euphoria Retreat Spa fordert die Sensorik

Diese delikate Haptik und eine gedämpfte Farbigkeit bilden den sensorischen Einstieg in eine entspannende Behandlung.

Ihren Höhepunkt findet die minimalistische Formensprache in einem geometrisch perfekten, kugelförmigen Raum: dem Pool, der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Hier kann man im Zentrum einer Kugel „schweben“ – eine einzigartige Raumerfahrung.

Euphoria Retreat Spa
Texturen, Farben und Formen ebenso wie Temperaturen und Gerüche fügen sich zu einer atmosphärischen Choreographie. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Sensorik und Materialität

Inspiriert wurde der Kontrast aus kalten und warmen Farbtönen von der Farbgebung byzantinischer Ikonenmalerei. Die horizontalen Farbbäder nehmen Bezug auf die Darstellung des Kosmos in byzantinischen Kuppelgewölben.

Hier, wie im gesamten Spa, belebt das Licht mit seinen Reflexionen die geometrische Strenge der Räume.

Euphoria Retreat Spa, Treppenaufgang
Mittlerer Ring: Rauer Sichtbeton bestimmt den Treppenaufgang. Die Stufenhöhe steigt nach oben an. Foto: Margarita Yoko Nikitaki

Texturen, Farben und Formen ebenso wie Temperaturen und Gerüche fügen sich zu einer atmosphärischen Choreographie, die sensorische Erfahrungen jenseits gewohnter Kategorien ermöglicht. Das räumliche Erlebnis wird dabei zum integralen Element von Entspannung und Wohlbefinden inmitten der geschichtsträchtigen Umgebung.


Factsheet

Projekt: Euphoria Retreat Spa, Webseite des Hotels

Ort: Mystras/GR

Fläche: Gesamtanlage 7 350 m², davon Spa 3 000 m²

Fertigstellung: 2019

Architektur: DECA Architecture in Kooperation mit Natalia Efraimoglou & Partners, Webseite des Architekturbüros

Bauleitung: Alison Katri, Dionysis Dikefalos

Beteiligte Firmen: Projekt Management: C&M Engineering; Baufirma: Ethnokat; Tragwerksplanung: PMA Engineering; Landschaftsarchitektur: Greenways

Interiors: Christina Dimopoulou

Lichtdesign: AS Light

Akustikberatung: 2MonoChannels

Spa Designberatung: Spatech Spa Consultancy

Spa Betriebsberatung: Tavelis Spa Concept

Pool Designberatung: Stathis Palaiodimopoulos

Installationsplanung: Insta


Autorin Christiane Sauer – Die Architektin und Materialspezialistin lehrt als Professorin für Textil- und Flächendesign an der Weissensee Kunsthochschule Berlin. www.formade.com www.luelingsauer.com

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