Parasitenarchitektur für Obdachlose

Homed

Ganze Landstriche vereinsamen, die Städte laufen über. Homed ist eine Lösung der Kreativagentur Framlab für die Wohnungsknappheit in Großstädten. Kleinste Parzellen bienenwabengleich können vertikal an Hausfassaden angedockt werden.

Internationale Großstädte wie New York City, London, Barcelona und Paris, aber auch viele deutsche Städte wie Berlin, München, Hamburg und Frankfurt legen bei den Mietpreisen Jahr für Jahr eine Schippe drauf. Grund dafür sind einerseits spekulative und auf Gewinn hoffende Investoren, auf der anderen Seite reißt der Zustrom vom Land in die Städte nicht ab. Wohnungsknappheit äußert sich auch in den Preisen, die sich nicht mehr jeder leisten kann. In New York City gibt es schätzungsweise 62 000 Menschen, die jede Nacht Schutz in einer Obdachlosenbehausung suchen. Tendenz steigend. Diese Entwicklung war Anlass für das in New York City ansässige Architektur- und Kreativbüro Framlab eine Lösung zu entwickeln, die durchaus Schule machen könnte.

Framlabs Ansatz ist die Vertikale. Freie Hausfassaden können mit dem System Homed bestückt werden. Bienenwabengleich docken die hängenden, sechseckigen Parzellen mithilfe eines Gerüsts an freie Gebäudewände an. Homed, das ist Parasitenarchitektur. Diese stark verdichtete, zweite Haut für Wände würde bei einem Haus mit einer Höhe von 21 Metern und einer Breite von 15 Metern 95 Wohneinheiten bereitstellen. Die Erschließung erfolgt über Treppen, die in das Gerüst integriert sind und über einen Aufzug. Eine oxidierte Aluminiumverkleidung bildet die Außenhaut des Moduls Homed. Anspruch der Architekten Framlab ist es, eine Behausung zur Verfügung zu stellen, die sowohl im Winter funktioniert als auch im Sommer. Die innere Schicht besteht aus 3D-Druck-Modulen, in die sich Möbel und Leuchten integrieren lassen.

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier

Ein weiteres Projekt ’Kokoon‘ finden Sie hier