Textil-Trends der MoOD+Indigo 2018

Trends come in Waves

Was sind die Textil-Trends für 2019/2020? Die internationale Textilfachmesse MoOD+Indigo 2018 präsentierte ihre Favoriten im September auf der Messe. Ein Fazit: Trends come in waves.

Kennen Sie die jüngsten Textil-Trends? Die Messe MoOD+Indigo behauptet, sie kommen in Wellen. Manche sind übergroß, manche haben ihren Höhepunkt bereits erreicht, andere kommen mit einer Kraft, der man sich nicht entziehen kann. md-Chefredakteurin Susanne Tamborini hat sich vor Ort in Brüssel umgeschaut und sechs Textil-Trends für 2019/2020 ausgemacht. Manche Fragen bleiben jedoch offen.

Sinnlichkeit

Es ist schon fast überflüssig zu erwähnen, dass wir in einer multisensorischen Welt leben. Unsere Sinne sind der Eckstein unserer Erfahrungen; sie sind lebendig, reich und unmittelbar. Das Auslösen dieser Sinne mit Textilien stimuliert eine neue Art zu denken, zu fühlen und sich zu verhalten. Der Trend ist jung, aber auf dem Vormarsch.

Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

Ton-in-Ton

Die Social-Media-Welt ist voll von Ton-in-Ton-Farbwelten und harmonischen Kombinationen in allen erdenklichen Farben. Grün, Gelb oder Rot. Sie haben immer eines gemeinsam: Sie gehören der gleichen Farbspektrumsfamilie an. Aber warum sind sie plötzlich so populär? Warum sollten Käufer und Anbieter sie berücksichtigen?

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Ton-in-Ton. Einer von insgesamt sechs textilen Trends, die die Brüsseler Messe MoOD+Indigo benennt. Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

Altruismus

Als das Thema Plastikverschmutzung und Mikroplastik in den Fokus rückte, fand die Textilindustrie heraus, dass sie zu diesem massiven Problem beiträgt. Während der Produktion oder beim Waschen synthetischer Materialien werden winzige Kunststofffasern freigesetzt. Diese Kunststoffe finden ihren Weg in das Wassersystem und das Meer. Sollten wir uns schuldig fühlen? Oder sollten wir herausfinden, was getan werden kann, um mit der Säuberung zu beginnen?

Trend Altruismus. Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

Anti-Design

Hässlichkeit als Luxus-Trend? Nachdem Demna Gvasalia, das Enfant terrible der Mode, ein DHL-T-Shirt auf den roten Teppich brachte, wurde er Design-Leiter bei Balenciaga. Der Anti-Design-Trend war geboren. Gvasalia sagte der Financial Times, dass immer mehr Menschen Einzigartigkeit dem traditionellen Luxus vorziehen. „Für junge Leute sind Alleinstellungsmerkmale wichtiger als Qualität und Design“, sagte er. Ist das Konzept Luxus überflüssig?

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Anti-Design: ein Trend der Individualität über Luxus stellt. Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

Rar – der Garten Eden

Was selten ist, wird Mode. Es ist, als würden wir eine Arche bauen, um Tiere und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, schnell zu retten. Digital natürlich, denn die Fülle an seltenen Vögeln, leuchtenden Raupen und fleischfressenden Pflanzen ist kaum zu verfolgen.

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Trend Rar. Was selten ist, wird Mode. Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

Afro-Futurismus

Haben Sie von dem Film ‚Bar Star City‘ gehört? Er erzählt die Geschichte einer Göttin, eines Kriegsveteranen und eines Kapitäns eines Raumschiffes, die sich in einer Bar treffen. Es ist der Beginn eines Trends namens Afro-Futurismus. Afro-Futurismus ist die Neudefinition einer Zukunft voller Kunst, Wissenschaft und Technologie – aus einer schwarzen Perspektive gesehen. Der Begriff Afro-Futurismus wurde vor einem Vierteljahrhundert vom weißen Autor Mark Derry in seinem Essay „Black to the Future“ geprägt.

Der Trend, der bereits in Marvels Black-Panther-Comic seinen Höhepunkt erreicht hatte, wurde im letzten Winter adaptiert und als Film veröffentlicht.

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Afrofuturismus. Foto: Susanne Tamborini-Liebenberg @ MoOD+Indigo

www.moodbrussels.com

Kennen Sie die fünf Textil-Trends der Heimtextil? Hier geht’s weiter

Das sind die fünf Heimtextil-Trends


Sensory

It’s almost too obvious to say that we are living in a multisensory world. Our senses are the cornerstone of experiences; they are vivid, rich and immediate. Triggering the senses stimulates a new way of thinking, feeling and behaving. The trend is young but on the rise.

Tone-in-Tone

Social Media are packed with it: Tone-in-tone and harmonious combinations in all conceivable colors. Green, yellow or red, they have one thing in common: they belong to the same family on the colour spectrum. But why are they suddenly so popular and why do buyers and providers have to take them into account?

Altruismus

As the issue of plastic pollution and micro-plastic moved in the spotlight, the textil industry found out that they are contributing to the problem. Minuscule plastic fibres are released during production or when synthetic materials are washed. These micro plastics find their way into the water system and the sea. Should we feel guilty? Or should we find out what can be done to start the clean-up?

Anti-Design

When deliberately ugly becomes a trend in luxury. After bringing a DHL-T-Shirt tot he red carpet, Demna Gvasalia, the enfant terrible of fashion, became head of design at Balenciaga. At the very moment, the Anti-Design Trend was introduced. Gvasalia told the Financial Times, that more people prioritize uniqueness over traditional luxury. „For young people, standing out is more important than quality and elevated design“ he said. Is the concept of luxury pivoting?

Rare

What is rare becomes fashionable. It is as if we are building an ark to quickly save animals and plants that are threatened with extinction. Digitally of course, because the abundance of rare birds, glowing caterpillars and carnivorous plants is almost impossible to keep track of.

Afro-Futurism

It tells the story of a goddess, a war veteran and the captain of spaceship meeting in a bar. It ist he beginning of a trend called AfroFuturism. Afrofuturism is the reimagining of a future filled with arts, science and technology seen through a black lens. The term was conceived a quarter-century ago by white author Mark Derry in his essay „Black to the Future“. The trend already past ist point of significance when Marvel’s Black Panther comic book were adapted and released as a motion picture last winter.