Kunst im öffentlichen Raum – DDR

Baubezogene Kunst

Zur kulturellen Hinterlassenschaft der DDR gehört eine bemerkenswert große Anzahl an Kunstwerken im öffentlichen Raum. Heute sind viele dieser Arbeiten akut von der Zerstörung bedroht. Der Cottbusser Architekt Martin Maleschka hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese gefährdete Kunstgattung fotografisch zu erfassen.

Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990: Diese Arbeiten waren ein integraler Bestandteil des Gesellschaftsbaus und spielten darüber hinaus bei der bildkünstlerischen Ausstattung der Stadtzentren und Wohngebiete eine bedeutende Rolle.

Kunst im öffentlichen Raum

Wienrode, Sachsen-Anhalt. Bodewerk, Abt. Trinkwasseraufbereitung, 1965: Wasser in unserem Leben, Walter und Pia Ebeling. Wandbild, Treppenaufgang, innen, Mosaik, farb. Beton, Farbglas, Kiesel, 6,40 × 7,15 Meter.
Foto: © Martin Maleschka

Idealisierte Bilder mit politischer Botschaft

Ihrer Bestimmung nach waren sie nicht bloß schmückendes Element, sondern hatten politische Botschaften beziehungsweise idealisierte Bilder einer von Grund auf neu zu entwickelnden sozialistischen Gesellschaft zu vermitteln. Die von den Auftraggebern vorgegebenen Inhalte wurden durch die ausführenden Künstler oft auf individuelle Art und Weise und unter Anwendung vielfältigster Techniken in bemerkenswerte Kunstwerke umgesetzt.

Kunst im öffentlichen Raum

Berlin-Mitte. European School of Management and Technology – ESMT Berlin ( ehem. Gebäude des Staatsrates der DDR ), 1964: Aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Walter Womacka. Werkgenossenschaft Glasgestaltung. Glasfenstergestaltung, Treppenhaus, Klebeglas, Glasschliff, Glasapplikation, 16,50 × 10 Meter.
Foto: © Martin Maleschka

120 Kunstwerke zwischen Ostsee und Erzgebirge

Heute sind viele dieser Arbeiten akut von der Zerstörung bedroht. Der Cottbusser Architekt Martin Maleschka hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese gefährdete Kunstgattung fotografisch zu erfassen. Über die Jahre hat er die derzeit umfangreichste Bild-Dokumentation von baubezogener Kunst der DDR aufgebaut. Daraus ist die als Architekturführer konzipierte Publikation DDR. Baubezogene Kunst. Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990 entstanden. Maleschka hat dafür 120 erhaltene Kunstwerke zwischen Ostsee und Erzgebirge ausgewählt und in einen architekturhistorischen Kontext eingebettet.

Kunst im öffentlichen Raum

Halle (Saale), Halle-Neustadt. Bildungszentrum, 1974: Die von Menschen beherrschten Kräfte von Natur und Technik. Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR, Josep Renau Berenguer, Lothar Scholz. Wandgestaltung, Internat des Bildungszentrums, Treppenhaus, außen, Ostseite, Majolika-Malerei auf Steinzeugfliesen, 7 × 37 Meter.
Foto: © Martin Maleschka

Sechs Touren

Sechs Touren führen durch die neuen Bundesländer. Sie begleiten die Leser zu meist figurativen, aber auch abstrakten oder ornamentalen Werken, zu Skulpturen, Reliefs, Mosaiken, Malereien sowie Emaille- und Metallarbeiten. Die Techniken und Themen für die „Bekunstung des öffentlichen Raums“ weisen ein breiteres Spektrum auf als man vielleicht annehmen mag. Auch die Art, wie das Zusammenwirken von Architektur und Kunst im Stadtraum umgesetzt wurde, erscheint grenzenlos.

Wertvolle Dokumentation der Denkmäler

Ergänzende Exkurse von Thomas Topfstedt zur Entwicklung der baubezogenen Kunst in der DDR und von Peer Pasternack zur Kunststadt Halle-Neustadt sowie ein Interview von Luise Rellensmann mit dem Autor vertiefen verschiedene Aspekte dieses kulturell bedeutenden Teils der DDR-Geschichte – eine wertvolle Dokumentation der vom Verschwinden bedrohten kulturellen Denkmäler der DDR.

Martin Maleschka
DDR. Baubezogene Kunst
Kunst im öffentlichen Raum 1950 bis 1990
135 x 245 mm, 504 Seiten
500 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-581-4
48 Euro
Dezember 2018. DOM publishers, Berlin

Weitere News finden Sie hier

Urlaubsarchitektur 2019