Das Buch zum Restaurant Enigma/Barcelona

Alberts Cloud

Albert Adrià, RCR Arquitectes und Neolith: ein Koch, Architekten und ein Hersteller von Feinsteinzeug arbeiten kongenial zusammen und schaffen das Restaurant Enigma. Den Prozess dokumentiert nun ein Buch.

Autorin Susanne Tamborini

Ist ein Bauprojekt hinreichend außergewöhnlich, wird sein Entstehtungsprozess schon mal in Buchform dokumentiert. Ein aufwändig gestaltetes Werk setzt nun den vorläufigen Schlusspunkt für die Arbeiten am Enigma in Barcelona, einem angesagten Sternerestaurant für den globalen Gourmet-Jetset: „Enigma. Decoding the secret world of Albert Adrià“.

Sein Thema ist die vielschichtige Geschichte des Projekts. Und im Grunde ist es nicht nur eine, sondern sind es gleich drei gestalterische Disziplinen, die am Ende in einer extravaganten Esserfahrung gipfeln: Gastronomie, Architektur und Technologie. Die Akteure: Albert Adrià, der mit Bruder Ferran Adrià seinerzeit die Molekularküche erfand, und der in Barcelona aktuell sechs Spitzenlokale unterhält; die 2017 mit dem Pritzker-Preis geehrten RCR Architectes, die beim Enigma mit einem frei gestaltbaren Grundriss und der Idee einer räumlichen „Wolke“ in einem eingeladenen Wettbewerb mit einem holistischen Ansatz überzeugten; und das Entwicklungsteam des spanischen Feinsteinzeugproduzenten Neolith, das mit der Herstellung dieser „Wolke“ auf Boden und Wand technische Grenzen überwindet. Wir haben darüber ausführlich berichtet in der September-Ausgabe der md und auf info.md-mag.com/enigma.

Doch zurück zum Buch, mit dem die spanische Architekturjournalistin Cristina Gimenez die Ambition, Komplexität und Energie des Projekt wunderbar einfängt und alle Inspirationsquellen und Projektphasen reichhaltig illustriert.

Es gibt wohl kaum einen Redakteur, der vor dem Hintergrund kulinarischer Verheißungen die Einladung zu einer solchen Buchpräsentation ausschlagen könnte. Und so reisten Journalisten aus ganz Europa an, die md für Deutschland. Über die kulinarischen Verführungen an dieser Stelle zu berichten, hieße für md das Thema zu verfehlen. Nur so viel: Dem geneigten Leser wird die Kühle des Ambientes schnell piepegal. Die Gaumenfreuden entführen in eine ganz eigene Cloud, in der nur eines zählt – die singulären Geschmacksexplosionen zu enträtseln.

www.rcrarquitectes.es

Die Materialität des Restaurants beschreibt Christiane Sauer