Serie Smart Materials 25

Befestigung und Bodenhaftung

Bei den Bodenbelägen werden viele Varianten der Befestigung angeboten, die Extremen gerecht werden können oder einen bestmöglichen Kompromiss darstellen. Heute sind Teppichböden flexibel und lassen sich neu kombiniert wiederverlegen. Um die “Bodenhaftung” nicht zu verlieren, bitte sorgfältig prüfen!

Die unterschiedlichen Bodenbelagstypen sind den meisten Planern geläufig. Je nach Anforderung und vor allem optischem Erscheinungsbild stehen Holzböden, textile Bodenbeläge, Fliesen, Gussböden oder die nach wie vor stark wachsende Gruppe der Dünnbeläge zur Auswahl. Neben dem reinen Belag sollte aber auch ein Augenmerk auf die rein funktionale Schicht der Befestigung gelegt werden. Diese ist elementar für die Haltbarkeit und Verarbeitung. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Emission, die von diversen Klebesystemen ausgehen kann. Neue Entwicklungen und Konzepte im Bereich der Befestigungstechnologie erweitern sowohl den Gestaltungsspielraum als auch die Verarbeitungstechnologie. Speziell modulare Ansätze sind stark im Kommen. Teppichfliesen, Vinylplanken oder Klickparkett locken mit attraktiven Verlegearten, die jede Menge Zeit einsparen. Ein weiterer Vorteil dieser Module in Kombination mit reversibler Befestigung ist die Möglichkeit, partiell Elemente auszutauschen oder sie anders kombiniert zu verlegen. Der Bodenbelag ist nicht mehr nur ein rein statisches Element, das, einmal verlegt, bis zur kompletten Sanierung unangetastet bleibt, sondern wird zum flexiblen Gestaltungsuntergrund.

Wie groß das Potenzial der Befestigungsebene ist und wie viel sich in dem Bereich tut, zeigt auch ein spannendes Projekt von Uzin Utz. Der Klebstoffhersteller und weltweit agierende Komplettanbieter für Bodensysteme hat sich auf die Suche nach den Böden der Zukunft gemacht. Mit dem Projekt “Die Zukunft unter uns” wird das Ziel verfolgt, das Konzept des Bodens im Ganzen zu überdenken und Altbekanntes über Bord zu werfen. Es wurden sieben Themenwelten ermittelt, welche den Blick auf dieses Thema weiten und als Inspirationsquelle und erster Einstieg für jeden dienen sollen, der sich mit dem Thema intensiver beschäftigen möchte. Gegliedert wird in Bindung, Konsistenz, Verortung, Morphologie, Integration, Ressourcen und Sinn. Interessante Fragestellungen regen zum Nachdenken an und wecken die Neugier auf aktuelle Produkte und Entwicklungen. Haben Sie sich beispielsweise schon mal gefragt, wie sich eine emotionale Bindung zum Bodenbelag aufbauen lässt oder welche sinnvollen Aufgaben funktionale oder gar reagible Böden zukünftig noch übernehmen können. (www.die-zukunft-unter-uns.de)
Bei den Olympischen Spielen in Rio konnte der aufmerksame Beobachter einige dieser Bodenkonzepte entdecken. Die emotionale Bindung zum Untergrund ist immer wieder schön zu sehen und kann als Ansporn auch für alltägliche Projekte verstanden werden. Bodenhaftung eben!

Kolumnist Hannes Bäuerle

Unser Autor ist mit allen Sinnen von Materialien angetan. Nach seinem Innenarchitekturstudium gründete er die Materialagentur Raumprobe in Stuttgart. Er ist als Autor, Referent, ehrbeauftragter und Materialsammler tätig.

raumprobe