Mia Seeger Preis 2017

Was mehr als einem nützt

Nicht gefördert werden: modische, kurzlebige Dinge. So wollte es die Design-Vermittlerin Mia Seeger, die den Preis 1986 zur Förderung von jungen DesignerInnen stiftete. Gesucht ist gebrauchstaugliches, sorgfältiges Design.

Die Bewertungskriterien des Mia Seeger Preises 2017 vorab: Gebrauchstauglichkeit, Ästhetik, Neuartigkeit, Umweltverträglichkeit und sozialer Nutzen – dieser besitzt sogar Priorität. Die erste Geschäftsführerin des Rat für Formgebung (ab 1954) wollte mit ihrem Preis erreichen, dass sich junge Designer mehr mit dem Miteinander der Menschen und Generationen beschäftigen und sich mit sozialen Fragen auseinandersetzen. So bleibt das Motto des Mia Seeger Preises Jahr für Jahr gleich und ist dennoch jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung: „Was mehr als einem nützt.“

Einige Beispiele der vergangenen Jahre machen vielleicht klarer, was das im Detail heißen kann. Ein Schuh als Geh- und Orientierungshilfe für Blinde, eine Sitz- oder Schlafliege aus recycelbarem Filz für Gestrandete an Flughäfen, Lernspielzeug für Kinder, eine Pflegeweste nach dem Motto „Halt geben, Halt finden“ oder 3D-Druck von Hautsegmenten bei Verbrennungen. Allen gemein ist, dass sie das Leben erleichtern und Menschen in schwierigen oder herausfordernden Situationen unterstützend zur Seite stehen.
Angesprochen sind alle Studenten und Absolventen eines gestalterischen Studiengangs in Deutschland. Diese können sich mit ihren Studien-, Abschluss- oder anderen Entwurfsarbeiten, die zwischen den Jahren 2015 bis 2017 entstanden sind, bewerben. Das Preisgeld beträgt 10 000 Euro. Wer das stolze Sümmchen erhält, entscheidet die diesjährige Jury
  • Prof. Karin Kirsch, Vorsitzende des Beirats der Mia Seeger Stiftung, Stuttgart
  • Elke Weiser, Designerin, Weiser_Design, Stuttgart; Mia Seeger Preisträgerin 1993
  • Matthis Hamann, Designer, Managing Partner, Lunar Europe GmbH, München
  • Armin Scharf, Freier Journalist, Büro Scharf/zwomp, Tübingen
  • Prof. Justus Theinert, Produktgestalter, Hochschule Darmstadt
  • Oliver Stotz, Industriedesigner, stotz-design.com Wuppertal; Mia Seeger Preisträger 1992
Einsendeschluss: Freitag, 28. April 2017. Weitere Details und Informationen unter

Zur Person Mia Seeger
Die Laufbahn von Mia Seeger (1903–1991) begann mit der Einweihung der Weißenhofsiedlung 1927 in Stuttgart. Später war sie verantwortlich für weitere Ausstellungen des Deutschen Werkbundes. 1954 wurde sie von Ludwig Erhard zur ersten Geschäftsführerin des Rat für Formgebung berufen. Sie selbst war keine Designerin, aber eindringliche Design-Vermittlerin und -Beraterin, immer auch mit dem Bestreben der Förderung des Designnachwuchses. So rief sie 1986 die nach ihr benannte Stiftung ins Leben. Namhafte Sponsoren aus der Wirtschaft schlossen sich ihren Zielen – der Förderung der Bildung im Bereich der Gestaltung – an.  Mit der Absicht, besonders den Nachwuchs im Design zu fördern und ihn dabei zur Auseinandersetzung mit sozialen Fragen aufzufordern, schreibt die Stiftung jährlich den Mia Seeger Preis unter dem Motto „Was mehr als einem nützt!“ aus.