Interview mit

Studio Fuksas

Nach 18 Jahren Planungs- und Bauzeit endlich eröffnet: ‚La Nuvola‘, das römische Kongresszentrum von Studio Fuksas. Im Interview erklären die Architekten Massimiliano and Doriana Fuksas, worin die Herausforderung bei dem Mammutprojekt bestand.

Studio Fuksas

Gründungsjahr: 1967 Rom, 1989 Paris, 2008 Shenzhen
Mitarbeiter: 170
Arbeitsgebiete: Stadtplanung, Flughäfen, Museen, Kulturbauten, Kongresszentren, Messe Rho Mailand, Büros, Interior-und Produktdesign
Projekt: Kongresszentrum und Hotel ‚La Nuvola‘ in Rom EUR
Standort: Ecke Via C. Colombo und Viale Asia, Rom EUR / I
Bauherr: Eur SpA, Rome / Italy www.eurspa.it
Bauaufgabe: Kongresszentrum
Baubeginn: März 2008
Fertigstellung: Oktober 2016
Überbaute Fläche: 55 000 m²
Anzahl Geschosse: Tiefgarage UG, Foyergeschoss (Basement), Eingangsebene plus drei Ebenen im Auditorium
Theca: Breite 70 m, Länge 175 m, Höhe 39 m (48 m vom UG)
Cloud: Membrane: microperforiertes ‚Atex 2000‘ Fiberglastextil
Beleuchtung: ‚Cloud‘ IGuzzini, design M. und D. Fuksas; Erco, Targetti, Philips
Möblierung: 1800 Auditoriumsessel ‚Carla‘ Poltrona Frau, Design Massimiliano und Doriana Fuksas
Beschreiben Sie Ihre Designphilosophie:
Wo finden Sie Inspirationen?
Während eines Zeitraums, in dem ich Fraktale und ähnliche geometrische Konzepte studierte, haben mich – so glaube ich – die langen Reisen über den Ozean und der Blick auf die düsteren und komplexen Wolkenformationen beeinflusst und bei mir zu einer Obsession geführt, so dass ich ständig die Vielschichtigkeit der Wolkengeometrie analysiert habe.
Welches Projekt war für die Entwicklung des Büros das wichtigste und warum?
Immer das nächste. Ich betrachte meine eigenen Projekte wie experimentelle Momente. Ich arbeite immer für die Zukunft, ein klein wenig auch für die Gegenwart, aber überhaupt nicht für die Vergangenheit.
Eine Aussage über das Projekt:
Worin bestand die Herausforderung?
Am wichtigsten war es, eine Struktur zu definieren, die den architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten folgt und sie unterstützt. Das orthogonale Gitter der netzartigen Stockbalken der Hülle folgt, im Verein mit den Stützkonstruktionen des Auditoriums, den Zwischenplattformen und der einschaligen Stahlumhüllung, präzise dem dreidimensionalen Modell der ursprünglichen Konzeptidee.
Gab es während der Realisierung des Projekts irgendwelche positiven oder negativen Überraschungen?
Falls sich der Zeitrahmen über eine ausgedehnte Periode zwischen dem Moment der ersten Idee und dem Moment der Verwirklichung erstreckt hätte, so hätte dies zu negativen Konsequenzen geführt. Allerdings hatte ich in diesem Fall die Möglichkeit, wie aus einer Dokumentation der CNN London hervorgeht, verschiedene Details des Projekts zu schärfen und weiter auszuarbeiten.
Ziele/Wünsche des Bauherrn. Was sollte das Projekt können?
Ein Projekt dieser Art verspricht, einer Stadt eine größere internationale Identität zu verleihen. Sein Ziel ist es, Business Meetings und Konferenzen abzuhalten. Die Struktur von La Nuvola ist ausgedehnt und verfügt über ein Volumen von 281000 Kubikmeter. Hier können jederzeit bis zu 8000 Menschen zusammen kommen.