Holistische Herangehensweise

Gerd Pfarré

Als freies Planungsbüro entwickelt pfarré lighting design herstellerneutral Tages- und Kunstlichtkonzepte für Architektur, Landschaft und Stadt. Er selbst bezeichnet seine Methodik als “holistische Herangehensweise”.

Text: Alexander Kuckuk

Büro: pfarré lighting design
Standort: München
www. lichtplanung.com
Inhaber: Gerd Pfarré
Gründungsjahr: 1998
Mitarbeiter: 5
Arbeitsgebiete: Lichtplanung für Architektur, Landschaft und Stadt
Realisierte Projekte (Auswahl):
Das Gerber, Stuttgart; WGV Casino & ‘Alte Wache’, Stuttgart; BORK Flagship Store, Moskau; HafenCity University Subway Station, Hamburg; Kleine Olympiahalle, München; Parco Dora, Turin; Kantine DER SPIEGEL, Hamburg; Zentraler Omnibusbahnhof, München; Belltower Gallery, Taschkent, Usbekistan; Palace of International Forums, Taschkent, Usbekistan; Klimahaus 8° Ost, Bremerhaven; WGV Cafeteria, Stuttgart; Manufactum, München; Passage Alter Hof, München
Ihre Gestaltungsphilosophie?
Unsere Arbeiten sind geprägt von einer holistischen Herangehensweise, mit der wir individuell auf jede Aufgabe, den Ort, seine Umgebung und den kulturellen Kontext reagieren. Wir sind erfahren in allen Leistungsphasen der HOAI und vertraut mit der Konzeption zeitgemäßer Lichtsteuerungsanlagen. pfarré lighting design bietet, neben der wahrnehmungsorientierten Lichtplanung, die Gestaltung und Entwicklung von Lichtobjekten – maßgeschneidert für die Architektur und die Beleuchtungsaufgabe. Die ästhetische und technische Langlebigkeit unserer Projekte hat für uns eine ebenso hohe Priorität wie der Fokus auf Energieeffizienz. Eine gute Lichtplanung erhöht die Akzeptanz der Architektur.
Wie finden Sie Inspiration?
Kochen, Kunst und Musik, die Natur, besonders das Meer, aber auch Wüstenlandschaften. Schwarz/Weiß Fotografie. Japan finde ich überaus inspirierend, vor allem den dortigen Umgang mit Licht, Schatten und Materialien.
Welches Projekt war für die Entwicklung des Büros das wichtigste – und warum?
Definitiv der ‘Palace of International Forums’ in Taschkent. Ein extrem aufwendiges und hochwertiges Beleuchtungskonzept für 42 000 m², in nur sechs Monaten Planungs- und Bauzeit. Seitdem kann uns eigentlich nichts mehr erschrecken.
Ein Statement zum Projekt WGV Casino & Alte Wache
Die Verknüpfung von Neubau und Bestand war im Hinblick auf die Gestaltung des abendlichen Gesamterscheinungsbildes sehr spannend. Wir haben uns vom üblichen Muster “Fassadeninszenierung von Außen” komplett gelöst und etwas neues gemacht. Die ‚Alte Wache‘ wirkt am Abend von Innen heraus.
Worin bestand die Herausforderung?
Bei diesem Projekt gestalteten sich die Herausforderungen für die Lichtplanung ähnlich komplex wie die Topografie des Baugrundstücks: Ein in drei Höhenebenen strukturiertes Casino im Innenraum und terrassierte Gärten im Außenraum, daran angrenzend ein denkmalgeschütztes Gebäude – die ‚Alte Wache‘. Mit dem Lichtkonzept reagierten wir mit wohl bedachten Antworten auf die Thematiken und architektonischen Details. Dabei sollten keinerlei Lichtelemente in den Vordergrund gedrängt werden, mit einer Ausnahme: Der Gruppierung von Dodekaeder-förmigen Pendelleuchten, welche speziell für den Veranstaltungsraum innerhalb der ‚Alten Wache‘ entworfen wurden.
Gab es bei der Realisierung des Entwurfs positive bzw. negative „Überraschungen“?
Eine positive Überraschung war die gute Zusammenarbeit mit der Elektroplanung, die die Umsetzung der teilweise recht komplexen Beleuchtungslösungen erst möglich gemacht hat.