Roboter: zwischen Hoffnung und Angst

Hello, Robot

Eine Ausstellung im Vitra Design Museum beschäftigt sich mit Chancen, Möglichkeiten, Visionen und Ängsten, die Roboter für Menschen bedeuten können. ‚Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine‘ geht dabei auch ethischen, sozialen und politischen Fragen nach.

Es verschwinden die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion in der Ausstellung ‚Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine‘. Man fragt sich „Ist das noch Zukunftsvision oder schon Realität?“ Dann heißt es, genauer hinschauen, lesen und herausfinden, was bereits Lebensrealität geworden oder Utopie ist.

Roboter lösen im Menschen ambivalente Gefühle aus. Das ändert sich auch nicht durch diese Ausstellung. Zu nah liegen Fluch und Segen beieinander. Aus der Nische von Science und Fiction ist die ‚verkörperlichte künstliche Intelligenz‘ längst herausgetreten und Alltag in der Arbeitswelt geworden. Die Automatisierung in vielen Bereichen erleichtert die Arbeit, ersetzt aber auch den Menschen. „Denken Sie, Ihr Job könnte von einem Roboter übernommen werden?“ fragt die Ausstellung – eine von 14 Fragen insgesamt, die in der Ausstellung gestellt werden. Man kommt ins Grübeln. Gibt es nicht schon Schreibprogramme, die Daten zu einem Text zusammenfügen? Und was bedeutet das für mich? Prognosen lassen verlauten, dass 50 bis 80 Prozent der heutigen Arbeitsplätze verschwinden werden. Ersatzlos? Entstehen neue Berufe? Was macht man mit der gewonnenen, freien Zeit? Wovon werden wir leben? Wie fremdbestimmt sind wir jetzt schon? Unser Smart Phone ist auch eine Art Roboter.
Mehr als 200 Exponate zeigen die Kuratoren, um in vier Themenbereichen (Science & Fiction, Arbeit, Freund & Helfer, Verschmelzung) das Für und Wider eines Roboters zu erörtern. Fragen werden damit allerdings weniger beantwortet, eher wirft die Ausstellung noch mehr Fragen als die erwähnten 14 Fragen auf. Das liegt sicherlich daran, dass es kein „alles gut“ oder „alles schlecht“ gibt – die ganze Thematik bewegt sich zwischen negativen und positiven Aspekten. Chancen und Gefahren liegen oft nah beieinander. Ein Beispiel? Ein Appart ‚End of Life Care Machine‘ streichelt einer totkranken Patientin den Arm. Die Installation von Dan Chen hilft Trost zu spenden, verhindert aber vielleicht in Konsequenz, dass die echte Familie kommt, um bei der Sterbenden zu sein.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 14. Mai 2017 im Vitra Design Museum in Weil am Rhein und wandert dann ins MAK nach Wien (21. Juni bis 1. Oktober 2017)