Serie Smart Materials 17

Potenziale

Die gestalterischen Möglichkeiten durch moderne Fertigungstechnologien nehmen zu. Ebenso die Anzahl der verfügbaren neuen Materialien. Ihre Kombination potenziert den Gestaltungsspielraum für Innenarchitekten und Architekten. Das belegen aktuelle Design- und Architekturprojekte.

Autor: Hannes Bäuerle

Die intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer neuen Formgebung zahlt sich aus, das belegen zahlreiche Beispiele. Klein- und mittelständische Betriebe verzeichneten in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum, unter anderem auch weil sie auf neue Verfahrenstechnologien gesetzt haben. Die Anschaffung einer entsprechenden Maschine oder eines kompletten Maschinenparks reicht natürlich nicht aus. Erfindungsreichtum und Experimentierfreude sind gefragt.
Die ersten großen Druckstraßen im Bereich des Digitaldrucks erforderten teilweise noch jahrelang eine Feinjustierung. Ebenso geht der Einsatz bewährter Lasertechnologie bei Holzwerkstoffen nicht ohne Experimente voran, Rückschläge inklusive. Sind aber Kinderkrankheiten überstanden und derlei Probleme ausgeräumt, entsteht langfristig die Möglichkeit, Konkurrenzunternehmen einen Schritt voraus zu sein. Auch im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Gestaltungsfreiheit liegen die Vorzüge auf der Hand. Mit ihrem erweiterten Know-how können die Unternehmen neue Märkte erschließen.
Nicht alle Ergebnisse und Anwendungen, die mit CNC-gesteuerten Maschinen erzielt werden, sind gänzlich neu. Natursteine bearbeitet man schon seit Jahrtausenden – aus dem harten Material entstehen komplexe Statuen oder Verzierungen. Dem handwerklichen Geschick und der Bearbeitungskompetenz der Meister mit deren tradierten Verfahren kann man heute noch Respekt zollen. Da sich aber der zeitliche Einsatz im klassischen (Kunst-)Handwerk in den meisten Fällen immens gestaltet, waren solch komplexe Bearbeitungen nur einer zahlungskräftigen Klientel vorbehalten. In einem modernen Steinmetzbetrieb, der Wasserstahltechnologie zum Trennen der Steine einsetzt, arbeitet man mit weitaus geringerem Zeit- und Personalaufwand effizienter und schneller. Das wirkt sich nicht nur auf die Preisgestaltung, sondern auch auf die kurzfristige Verfügbarkeit sowie die zunehmend geforderte Individualisierbarkeit von Materialien und Oberflächen positiv aus.
Obwohl der Maschinenbau von der Produktion 4.0 spricht und trotz Einsatz des “Internets der Dinge”, ist in vielen Betrieben und Prozessen aus anderen Branchen hinsichtlich der Fertigungstechnologien noch nicht viel passiert. Gerade bei der Bauwirtschaft herrscht Nachholbedarf.
Welch großes Potenzial in den neuen Fertigungstechniken schlummert, zeigen Projekte bei denen Roboterarme Backsteine mauern oder auf den Millimeter genau gefräste, großformatige Holzfertigteile, die sich wie Puzzlestücke zusammenbauen lassen. Neue Materialien und neue Verfahren befruchten sich in vielen Fällen gegenseitig, das zeigen folgenden Beispiele. Viel Spass beim Tüfteln und Kombinieren.